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FSP Jena Thüringen 13.5.2019

13.5.19 FSP in Jena. Danke an den Doktor für diesen Bericht einer erfolgreichen Fachsprachprüfung Humanmedizin. Nochmals Gratulation zur bestandenen Prüfung und danke für die Details .
Eine FSP kann beliebig oft wiederholt werden, wobei die Behörden oft frühestens nach 3 bzw. 6 Monaten einen neuen Termin geben.

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Protokoll einer erfolgreichen Fachsprachprüfung

Hallo zusammen
Am 13.05 habe ich die FSP in Jena abgelegt und Got sei Dank bestanden.


Mein Fall war Pankreatitis bei einem Alkoholiker.
Ein wichtiger Hinweis:
vor der Prüfung sprechen die Prüfer mit dem Prüfling über was im Lebenslauf steht, und aktuellen beruflichen Zustand. Ich wusste das nicht


Herr xx, ein 53-jähriger Patient, stellte sich bei uns wegen seit gestern Abend bestehender andauernder zunehmender mittelbauch-Schmerzen vor.
Die Schmerzen hätten nachtsüber an Intensität zugenommen und seit 1.5 stunden seien sie unerträglich geworden. Die seien dumpf und würden auf einer Schmerzskala bis 10, bei 10 liegen. Keine lindernden oder verstärkenden Faktoren seien dem Patienten bekannt.
Nausea, Emeses und eine Ausstrahlung der Schmerzen wurden verneint.
Als Begleitsymptome nannte der Patient eine seit gestern bestehende Diarrhö (4-5 mal pro Tag) und Diplopie (er hat gesagt, dass er doppelt sieht ?!).
(Der Patient hat mir ganz am Anfang gesagt: ich habe starke Schmerzen, und ich habe ihn gefragt ob er die Schmerzen aushalten kann oder dass wir das Gespräch gerade beenden sollen, um ihm ein Schmerzmittel zu geben und er sagte nein, wir machen weiter und danach hat er die Schmerzen nie erwähnt) das ist wichtig!
- Bei der vegetativen Anamnese berichtete der Patient, dass er seit gestern einen schlechten Appetit habe, sonst habe er einen guten Appetit.
Darüber hinaus klagte er über Nykturie und Polydipsie. In der vorherigen Nacht habe er Nachtschweiß gehabt aber keine Fieber oder Schüttelfrost seien ihm aufgefallen.

- Bei den Vorerkrankungen gab der Patient an, dass er an a.H.T leide. Darüber hinaus habe er Leberzirrhose, die Alkohol bedingt gewesen sei, gehabt. (Der Patient sagte, dass er gelb war!) und habe deswegen eine Leber Transplantation im 2015 gehabt.
Vor Jahren habe er eine Lungenembolie auf Grund einer TVT gehabt. Und sei am Unterschenkel im 2007 wegen eines Thrombus operiert worden.
Außerdem berichtete der Patient, dass er seit 10 Jahren Alkoholiker gewesen sei, und sei schon 3-mal bei Entzug Klinik, aber ohne Erfolg, gewesen.
Er behaupte, dass der Alkoholabusus durch den Stress bei der Arbeit verursacht ist.

- Der Patient sei gegen Zitrusfrüchte und Kontrastmittel allergisch. Die Allergie äußert sich als Augentränen, Hautausschlag und Schwellung der Augenlider.


- Medikamente:
1. Prednisolon 1-0-0 (er konnte sich an die Dosierung nicht erinnern).
Hier habe ich nach einer Medikamentenliste gefragt und dann ob ich den Hausarzt kontaktieren darf, um diese Informationen genauer zu wissen.
2. Der Patient hat mir gesagt:"ich nehme ein Medikament gegen Thrombose aber habe den Namen vergessen". Dann hat er ein Medikament gesagt und ich dachte, dass es war ein zusätzliches Medikament aber bei dem A-A Gespräch hat mir der OA gesagt nein! Das ist dasselbe Medikament (ein gerinnungshemmendes Medikament) also ich konnte den Markenname nicht erkennen!
3. Kandesartan 32Mg 1-0-0
4. Er hat mir auch gesagt, dass er etwas auf den Beinen anlegt, um die TVT zu verbeugen aber das habe ich nicht verstanden und habe ich ihm gesagt: meinen Sie Kompressionsstrümpfe und dann hat er gesagt ja ja.
- Noxen: Er rauche nicht
Trinke 6 Flaschen Bier, ½ Flasche Schnaps pro Tag, und mehr, wenn er keinen Dienst habe.
Er nehme keine Drogen.
Er Treibe Keinen Sport.


- Familienanamnese:
Vater habe einen Knochen Krebs gehabt.

Mutter sei an einem Embolus gestorben. (?!)


- Sozialanamnese:
er sei ein Polizei Haupt Kommissar von Beruf, sei geschieden und wohne zurzeit allein, habe drei Kinder.

VD: Akute Pankreatitis.
DD: Gastroenteritis.
Mesenterial Ischämie.
Ulkus Ventrikuli
Zur Weiteren Abklärung möchte ich eine Körperliche Untersuchung, Blut Untersuchung, Abdomen Sonographie und Ggf. CT Abdomen durchführen.
(Der Patient hat mir gefragt, was die Sonographie ist und warum wir so eine Untersuchung brauchen)
……………………………………………………………………………………………………..
Arzt-Arzt Gespräch:
Hat mich eigentlich viel unterbrochen, manchmal konnte ich die Sätze nicht beenden!
- Wie war der Dienst?
- Stellen Sie bitte den neuen Patienten vor.
- Wo genau haben Sie den Patienten gesehen? In der Aufnahme.
- Wie ist er zu uns gekommen? Mit dem Rettungsdienst oder allein?! Ich bin mir nicht sicher aber ich werde danach fragen. (das war nicht so optimal denke ich)
- Große 182cm, Wiege 87Kg,
OA: also denken Sie, dass er Adipös ist?
Ich: Ich habe den BMI noch nicht kalkuliert aber ja ich denke er ist übergewichtig.
- Bevor ich das jetzige Leiden beendet habe, hat er mir nach den Vorerkrankungen gefragt
- Warum trinkt er so viel? Er behauptet, dass er wegen Stress bei der Arbeit trinkt.
- Hat er Ihnen gesagt, dass er eine Leberzirrhose gehabt?! Nein nur gesagt, dass er einen Ikterus (war gelb) hatte und dann hatte eine Leber Transplantation.
- Was für Medikamente nimmt er seit der Operation?
- Denken Sie, dass sein Übergewicht durch Kushing Syndrom wegen Prednisolon verursacht ist?
- Waren die TVT und die Lungenembolie zusammen verbunden oder weit voneinander?
- Warum ist er geschieden? Denken Sie, dass es am Alkoholismus Liegt?!
- Was möchten Sie machen?!
- MRT ist besser als das CT oder?! (um das Abdomen besser zu beurteilen)
.........................................................................................
an die Fachbegriffe kann ich mich nicht erinnern 😕
alle waren jedoch nicht so schwer !

 

Meinung von BVFS Sachverständigen W. Gerner

FSP Fachsprachprüfung oder KP Kenntnisprüfung


Wo liegt denn da eigentlich noch ein Unterschied?

Es ist leider  in einigen wenigen Bundesländern deutlich zu beobachten, dass Prüflinge bei Fachsprachprüfungen durchfallen, weil Sie falsche Einschätzungen und Diagnosen abgeben. FSP werden dabei SEHR OFT auf das Niveau einer Kenntnisprüfung gehoben.

Dabei sind doch eigentlich der Ablauf und die Inhalte genau geregelt


Wie läuft die Prüfung ab?  Welche Anforderungen werden gestellt? 


Die Fachsprachprüfung findet als Einzelprüfung statt. Die Bewertung erfolgt durch mindestens zwei Prüfer, von denen mindestens einer selber Arzt ist.  Die Prüfung läuft folgendermaßen ab:

1. Simuliertes Arzt-Patienten-Gespräch

Dabei muss der Prüfling zeigen, dass er seinen Patienten inhaltlich ohne wesentliche Rückfragen versteht. Er muss sich insbesondere so spontan und so fließend verständigen können, dass er in der Lage ist, sorgfältig die Anamnese zu erheben, Patienten und deren Angehörige über erhobene Befunde sowie eine festgestellte Erkrankung zu informieren, die verschiedenen Aspekte des weiteren Verlaufs darzustellen und Vor- und Nachteile einer
geplanten Maßnahme sowie alternativer Behandlungsmöglichkeiten erklären zu können, ohne öfter deutlich erkennbar nach Worten suchen zu müssen.
Dauer: 20 Minuten

2. Dokumentation

In diesem Teil fasst der Prüfling die im Arzt-Patienten-Gespräch gewonnenen, medizinischrelevanten Informationen in einem Arztbericht zusammen.
Damit muss er nachweisen, dass er die deutsche Sprache auch schriftlich angemessen beherrscht, um Krankenunterlagen ordnungsgemäß führen und ärztliche Bescheinigungen ausstellen zu können.
Dauer: 20 Minuten

3. Arzt-Arzt-Gespräch

In diesem letzten Prüfungsteil gibt der Prüfling die im Arzt-Patienten-Gespräch gewonnenen Informationen an das ärztliche Mitglied des Prüfungsausschusses weiter. Anschließend werden dem Prüfling Fragen gestellt. Hier muss er zeigen, dass er sich in der Zusammenarbeit mit Kollegen sowie Angehörigen anderer Berufe so klar und detailliert ausdrücken kann, dass bei Patientenvorstellungen sowie ärztlichen oder zahnärztlichen
Anordnungen und Weisungen Missverständnisse sowie hierauf berufende Fehldiagnosen, falsche Therapieentscheidungen und Therapiefehler ausgeschlossen sind.
Dauer: 20 Minuten

Das ärztliche Fachwissen wird in der Fachsprachprüfung nicht überprüft.

Der Sprachtest wurde erfolgreich abgelegt, wenn das Bewertungsgremium zu der Feststellung gelangt, dass der Antragsteller die o. g. Sprachanforderungen erfüllt.


(Quelle: http://www.nizza.niedersachsen.de/startseite/service/formulare-checklisten-150498.html)

Keiner will über eine nicht bestandene (erfolglose) Prüfung berichten

Es wird immer heftig mit mir diskutiert, insbesondere, wenn ich ab und zu über negative Erfahrungen bei den Kenntnisprüfungen und FSP Fachsprachprüfungen berichte.

Liebe Ärzte und Zahnärzte,

ich staune immer wieder über die Diskrepanz (die deutlichen Unterschiede) zwischen den Facebook Einträgen über bestandene Kenntnis- und Fachsprachprüfungen und den bei mir eingehenden eMails und Telefonaten, die teilweise über "sehr problematische Prüfungen mit hoher Durchfallquote" berichten.


Etwas scheint hier nach meiner Erfahrung und Meinung etwas nicht zu stimmen und ich habe etwas in der Tiefe recherchiert (nachgeforscht).

Es zeichnet sich dabei deutlich ab, dass anscheinend nur Prüflinge, die die Prüfung bestanden haben sehr gerne und ausführlich über alle Details ihrer Prüfungen berichten.

Ärzte und Zahnärzte, die die Prüfung nicht bestanden haben vermeiden dieses, weil es ja eventuell zu einer Verschlechterung für die Wiederholungsprüfung führen könnte. Einer der Prüfer könnte ja davon erfahren. Hinzu kommt, dass man völlig nachvollziehbar anscheinend nur ungern zugibt, dass man eine Prüfung nicht bestanden hat.

Dadurch entsteht oft der täuschende Eindruck, dass die Prüfungen sehr leicht zu absolvieren sind und nur wenige Teilnehmer durchfallen.
Sicherlich kann man die FSP beliebig oft wiederholen, wobei es allerdings in einigen Bundesländern bereits monatelange Warteschlagen gibt.

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