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FSP Jena Thüringen 20.5.2019

Danke an den Doktor für diesen ausführlichen Bericht einer erfolgreichen Fachsprachprüfung Humanmedizin in Thüringen.
Nochmals Gratulation zur bestandenen Prüfung und danke für die Details .
Eine FSP kann beliebig oft wiederholt werden, wobei die Behörden oft frühestens nach 3 bzw. 6 Monaten einen neuen Termin geben.

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Protokoll einer erfolgreichen Fachsprachprüfung in Jena Mai 2019

Hallo zusammen. Ich habe am 20.05 die Prüfung erfolgreich bestanden.
Gott sei Dank. Die Prüfer waren echt nett. Und jetzt möchte ich meinen Fall Ihnen mitteilen.
Ich zeige Dokumentationsteil, weil da es alle Information über Patientin gibt.

Arztbrief/ Anamnesebogen

Patientin: Frau I. Maierhof.
Alter: 51 Jahre alt.
Gewicht: 58 kg
Größe: 168 cm
Allergien/ Unverträglichkeiten: Birke- und Apfelallergie (mit Reaktion Augentränen und Kribbeln im Mund)
Genussmitteln/ Drogen:
Nikotinabusus (5 Stück/Tag seit 15 Jahren) und Alkoholkonsum (1-2 Glas Rotwein am Wochenende, selten). Drogen wurden verneint.
Sozialanamnese:
Beruf: Kindergärtnerin
Familienstand: verheiratet, wohnt mit ihrer Familie.
Familienanamnese:
Eltern: bei der Mutter Mammakarzinom (Brustkrebs, wurde operiert und bestrahlt.).
Kinder: eine Tochter.
Geschwister: 4 Schwester, zwei sind krank (1-Eksem, 2-Gelenkprobleme).

Sehr geehrte Kollegen,

ich berichte Ihnen über einen Neuzugang:
Heute Nachmittag um 14:00 Uhr stellte sich die 51-järige Patientin mit seit 1 Woche auftretenden andauernden ziehenden und brennenden Brustschmerzen rechts unter dem Schulterblatt mit Ausstrahlung nach vorn, die seit 2-3 Tagen schlimmer geworden seien, notfallmäßig bei uns vor. Die Schmerzen hätten eine Intensität von 8/10 auf einer Skala
(Da habe ich Empathie gezeigt und über Schmerzmittel gesagt.). Außerdem gab sie an, seit 1 Woche Unruhe und Abgeschlagenheit zu haben. Zudem berichtete sie über Atemprobleme (Ich habe sie gefragt: meinen Sie Schnarchen? Dann hat sie -Ja- gesagt) während des Schlafens, darüber ihr Mann ihr erzählt hatte. (Ich habe dann nach ASOS gefragt, sie habe das verneint, und habe gesagt, die Polypen in der Nase zu haben).
Als weitere Begleiterscheinungen wurden genannt:
- Fieber (37,8 Grad)
- Insomnie
- Inappetenz (wegen Schmerzen)
- Cephalgie
- Flatulenz
(Da hat eine Frau gesagt, dass ich noch 5 Minuten Zeit für Schreiben habe. Dann habe ich schnell geschrieben)
Vorerkrankungen seien folgende bekannt:
- Migräne (seit 5 Jahren)
- Kopfekzem (Sie hat gesagt, etwas gibt im Kopf und verwende ein Schampun gegen Flecke)
- Schultergelenkfraktur (wegen Fahrradunfall, mit 17 Lebensjahr)
Voroperationen wurden verneint.
Frau Maierhof nehme gegen Kopfschmerzen Thomopyrin 1-0-1 (wenn das nicht hilft, nehme sie Gelsemium ein), gegen Blähungen Tropfe aus Pflanzen ein.
Aufgrund der obengenannten Symptome und der Anamnese vermute ich ein Herpes Zoster. Alternativ kommen folgende Erkrankungen in Betracht:
- Neuralgie
- Pneumonie
- Schmerzen wegen Trauma
- HIV
Zur Abklärung schlage ich folgende diagnostische Maßnahmen vor:
- körperliche Untersuchung (Inspektion, Palpation, Perkussion und Auskultation)
- Labordiagnostik, CRP, BSG.
- Immunzustand
- Röntgen
- CT, MRT
Am Ende Arzt-Patient Gesprächs hat P. nach ihre Erkrankung, Behandlung, Prozess gefragt.
Beim Arzt-Arzt Gespräch war alles gut. Der Oberarzt hat bis Ende den Bericht aufmerksam gehört (ohne Unterbrechung). Dann hat er viele Fragen gestellt.
Wie ist die P. zum Krankenhaus gekommen? (Danach hatte ich nicht gefragt. Ich habe dann gesagt, dass ich bei der körperlichen Untersuchung danach fragen werde!!!)
Warum denken Sie, dass diese Patientin ein Herpes Zoster hat?
Wie behandelt man, was ist der Auslöser für diese Krankheit?
Wo muss die P. behandelt werden? Ich habe dann über Isolation gesagt, weil die P. in der Kindergarten arbeitet!!!

Noch gab es einige Fragen, jetzt erinnere mich nicht.

Fachbegriffe:
Lymphödem, Vigilanz, Meatus acusticus, anterior, commotio cerebri, diafragma, …..

Leider schreibe ich das in einer Woche, dass ich fast großes Teil vergessen habe. Man musste in diesem Tag schreiben.
Aber ich hatte keine Zeit.

Am Anfang haben die Prüfer gesagt, dass die Prüfung nicht über die medizinische Kenntnis sondern Deutschkenntnis ist.
Wenn man verstehen und sprechen kann, kann das einfach schaffen.
Ich habe nicht erwartet, habe gedacht, dass die Prüfung sehr kompliziert wird.
Also ich wünsche Ihnen viel Erfolg und drücke für Sie die Daumen!!!

Meinung von BVFS Sachverständigen W. Gerner

FSP Fachsprachprüfung oder KP Kenntnisprüfung


Wo liegt denn da eigentlich noch ein Unterschied?

Es ist leider  in einigen wenigen Bundesländern deutlich zu beobachten, dass Prüflinge bei Fachsprachprüfungen durchfallen, weil Sie falsche Einschätzungen und Diagnosen abgeben. FSP werden dabei SEHR OFT auf das Niveau einer Kenntnisprüfung gehoben.

Dabei sind doch eigentlich der Ablauf und die Inhalte genau geregelt


Wie läuft die Prüfung ab?  Welche Anforderungen werden gestellt? 


Die Fachsprachprüfung findet als Einzelprüfung statt. Die Bewertung erfolgt durch mindestens zwei Prüfer, von denen mindestens einer selber Arzt ist.  Die Prüfung läuft folgendermaßen ab:

1. Simuliertes Arzt-Patienten-Gespräch

Dabei muss der Prüfling zeigen, dass er seinen Patienten inhaltlich ohne wesentliche Rückfragen versteht. Er muss sich insbesondere so spontan und so fließend verständigen können, dass er in der Lage ist, sorgfältig die Anamnese zu erheben, Patienten und deren Angehörige über erhobene Befunde sowie eine festgestellte Erkrankung zu informieren, die verschiedenen Aspekte des weiteren Verlaufs darzustellen und Vor- und Nachteile einer
geplanten Maßnahme sowie alternativer Behandlungsmöglichkeiten erklären zu können, ohne öfter deutlich erkennbar nach Worten suchen zu müssen.
Dauer: 20 Minuten

2. Dokumentation

In diesem Teil fasst der Prüfling die im Arzt-Patienten-Gespräch gewonnenen, medizinischrelevanten Informationen in einem Arztbericht zusammen.
Damit muss er nachweisen, dass er die deutsche Sprache auch schriftlich angemessen beherrscht, um Krankenunterlagen ordnungsgemäß führen und ärztliche Bescheinigungen ausstellen zu können.
Dauer: 20 Minuten

3. Arzt-Arzt-Gespräch

In diesem letzten Prüfungsteil gibt der Prüfling die im Arzt-Patienten-Gespräch gewonnenen Informationen an das ärztliche Mitglied des Prüfungsausschusses weiter. Anschließend werden dem Prüfling Fragen gestellt. Hier muss er zeigen, dass er sich in der Zusammenarbeit mit Kollegen sowie Angehörigen anderer Berufe so klar und detailliert ausdrücken kann, dass bei Patientenvorstellungen sowie ärztlichen oder zahnärztlichen
Anordnungen und Weisungen Missverständnisse sowie hierauf berufende Fehldiagnosen, falsche Therapieentscheidungen und Therapiefehler ausgeschlossen sind.
Dauer: 20 Minuten

Das ärztliche Fachwissen wird in der Fachsprachprüfung nicht überprüft.

Der Sprachtest wurde erfolgreich abgelegt, wenn das Bewertungsgremium zu der Feststellung gelangt, dass der Antragsteller die o. g. Sprachanforderungen erfüllt.


(Quelle: http://www.nizza.niedersachsen.de/startseite/service/formulare-checklisten-150498.html)

Keiner will über eine nicht bestandene (erfolglose) Prüfung berichten

Es wird immer heftig mit mir diskutiert, insbesondere, wenn ich ab und zu über negative Erfahrungen bei den Kenntnisprüfungen und FSP Fachsprachprüfungen berichte.

Liebe Ärzte und Zahnärzte,

ich staune immer wieder über die Diskrepanz (die deutlichen Unterschiede) zwischen den Facebook Einträgen über bestandene Kenntnis- und Fachsprachprüfungen und den bei mir eingehenden eMails und Telefonaten, die teilweise über "sehr problematische Prüfungen mit hoher Durchfallquote" berichten.


Etwas scheint hier nach meiner Erfahrung und Meinung etwas nicht zu stimmen und ich habe etwas in der Tiefe recherchiert (nachgeforscht).

Es zeichnet sich dabei deutlich ab, dass anscheinend nur Prüflinge, die die Prüfung bestanden haben sehr gerne und ausführlich über alle Details ihrer Prüfungen berichten.

Ärzte und Zahnärzte, die die Prüfung nicht bestanden haben vermeiden dieses, weil es ja eventuell zu einer Verschlechterung für die Wiederholungsprüfung führen könnte. Einer der Prüfer könnte ja davon erfahren. Hinzu kommt, dass man völlig nachvollziehbar anscheinend nur ungern zugibt, dass man eine Prüfung nicht bestanden hat.

Dadurch entsteht oft der täuschende Eindruck, dass die Prüfungen sehr leicht zu absolvieren sind und nur wenige Teilnehmer durchfallen.
Sicherlich kann man die FSP beliebig oft wiederholen, wobei es allerdings in einigen Bundesländern bereits monatelange Warteschlagen gibt.

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