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FSP Medizin Berlin 17.1.2020 Durchfallprotokoll

Danke an den Doktor für diesen Bericht einer leider nicht bestandenen Fachsprachprüfung Humanmedizin.
Danke für die Details .
Eine FSP kann beliebig oft wiederholt werden, wobei die Behörden oft frühestens nach 3 bzw. 6 Monaten einen neuen Termin geben.

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Hallo Leute,

Ich habe FSP am 17.01.2020 zum ersten Mal abgelegt und leider durchgefallen.



Mein Fall war Rhinosinusitis.

Frau XX ist 19-jährige Patientin, die sich wegen seit 3 Tage bestehenden drückenden Gesichtschmerzen am 17. Januar im unseren Praxis vorstellte.

Die Patientin berichtete, dass die Schmerzen langsam in Ruhe aufgetreren seien. Des Weiteren gibt der Patientin an, dass die Schmerzen erstmalig aufgetreten seien und im Laufe der Zeit in Intensität zugenommen haben. Die Schmerzintensität wird mit 7 auf einer Schmerzskala von 1-10 bewertet. Außerdem erzählte die Patientin, dass die Schmerzen dauernhaft und bewegungsanhängig seien und in rechte temporale Kopfregion austrahlen wurden. Vorüberbeugung des Kopfs verstärkt die Schmerzen.
Fernen seien der Patientin folgende Begleitsymptomen aufgefallen: Rhinorroe, Engegefühl der Nase, Fatigue, Hyposmie.

Vegetativ Anamnese sei unauffälig bis auf Hyposomnie.
Vorerkrankungen:
-Hashimoto Thyreoiditis seit 2 Jahren
-Appendektomie (2005)
-Tonsilektomie 2006
-nasen Polpektomie 2006

Allergien:
Heuschnupfen und Allergie gegen Gras

Medikamenten:
-L-Thyroxin 50 mcg 1-0-0
-Cinnarizin b.b.
-Pille

Familienanamnese:
-Vater: DM
-Mutter sei wegen Mammakarzinom seit 3 Monaten gestorben.
-Großmutter: Apoplex

Noxen: unauffälig

Sozialanamnese:
Die Patientin sei Schülerin, lebe mit Vater in einer Wohnung.

Der Anamnestische Berund deutet am ehesten auf einer Rhinosinusitis hin.

DD:
-Influenza
-Migräne
-Allergische Rhinitis

Zur weiteren Abklärung würde ich folgende diagnostische Maßnahmen durchführen:
1. Korperliche Untersuchung
2. Laboruntersuchung (BB, CRP, BSG, IgE Bestimmung)
*Hier Prüfer hat mich gefragt warum CRP weil es unspezifisch ist und es kann viel kosten. 😅 Warum IgE weil Winter ist (keine Heuschnupfen jetzt) 😅
3. Rachen-Nasen Abstrich
4. Rhinoskopie und Nasenendoskopie (Musste die zur Patientin erklären)
5. CT (musste auch erklären)
* Sie haben mir gesagt, dass ich bin in Hauspraxis und nicht im Krankenhaus und ich sagte, dass ich kann die Patientin zur Untersuchung überweisen.
Ich sagte in Erklärung: "Wenn es zu laut oder eng ist können Sie Notknopf drücken" und Prüfer hier sagte dass CT nicht laut ist.

Sollte sich Verdacht auf Rhinosinusitis erhärten, kommt folgende Therapie im Frage:
1. Rhinologika (abschwellende Nasentropfen)
*Frage: Was ist Rhinologika, was Sie in Nasen machen (Antwort Konstriktion der Kapillaren)
2. Nasen Kortikosteroide
3. Hausmittel inhalation
*Frage: Welche und wie?
4. Ggf. Antibiotika
5. Analgetika


Patientin hat mir gezeigt, dass die Schmerzen nur in rechte Seite ausstrahlen aber Prüfer sagte dass es falsch ist und korekt ist in beide Seite (Das steht auf seine Papir)
Ich habe für Thyroxin gesagt "mg" statt "mcg" aber sich später korigiert.
Ich habe nicht der Name von Cinnarizin gut gehört und falsh geschrieben.
Andere Fehler hatte ich nicht. Sie hatten zu viel kleinen Fragen in dritten Teil (s.o.)

Fachbegriffe: genetisch, MRT, Ileus, Epidermis, Reha. (Ich sagte alles korekt, außer genetisch - ich sagte erlebich statt erblich).

Diese Fehler waren für sie warscheinlich zu groß, obwohl ich sehr gut Anamnesegespräch führen konnte, gut Brief geschrieben und alles spontan vorstellen und antworten konnte.

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Keiner will über eine nicht bestandene (erfolglose) Prüfung berichten

Es wird immer heftig mit mir diskutiert, insbesondere, wenn ich ab und zu über negative Erfahrungen bei den Kenntnisprüfungen und FSP Fachsprachprüfungen berichte.

Liebe Ärzte und Zahnärzte,

ich staune immer wieder über die Diskrepanz (die deutlichen Unterschiede) zwischen den Facebook Einträgen über bestandene Kenntnis- und Fachsprachprüfungen und den bei mir eingehenden eMails und Telefonaten, die teilweise über "sehr problematische Prüfungen mit hoher Durchfallquote" berichten.


Etwas scheint hier nach meiner Erfahrung und Meinung etwas nicht zu stimmen und ich habe etwas in der Tiefe recherchiert (nachgeforscht).

Es zeichnet sich dabei deutlich ab, dass anscheinend nur Prüflinge, die die Prüfung bestanden haben sehr gerne und ausführlich über alle Details ihrer Prüfungen berichten.

Ärzte und Zahnärzte, die die Prüfung nicht bestanden haben vermeiden dieses, weil es ja eventuell zu einer Verschlechterung für die Wiederholungsprüfung führen könnte. Einer der Prüfer könnte ja davon erfahren. Hinzu kommt, dass man völlig nachvollziehbar anscheinend nur ungern zugibt, dass man eine Prüfung nicht bestanden hat.

Dadurch entsteht oft der täuschende Eindruck, dass die Prüfungen sehr leicht zu absolvieren sind und nur wenige Teilnehmer durchfallen.
Sicherlich kann man die FSP beliebig oft wiederholen, wobei es allerdings in einigen Bundesländern bereits monatelange Warteschlagen gibt.

Meinung von BVFS Sachverständigen W. Gerner

FSP Fachsprachprüfung oder KP Kenntnisprüfung


Wo liegt denn da eigentlich noch ein Unterschied?

Es ist leider  in einigen wenigen Bundesländern deutlich zu beobachten, dass Prüflinge bei Fachsprachprüfungen durchfallen, weil Sie falsche Einschätzungen und Diagnosen abgeben. FSP werden dabei SEHR OFT auf das Niveau einer Kenntnisprüfung gehoben.

Dabei sind doch eigentlich der Ablauf und die Inhalte genau geregelt


Wie läuft die Prüfung ab?  Welche Anforderungen werden gestellt? 


Die Fachsprachprüfung findet als Einzelprüfung statt. Die Bewertung erfolgt durch mindestens zwei Prüfer, von denen mindestens einer selber Arzt ist.  Die Prüfung läuft folgendermaßen ab:

1. Simuliertes Arzt-Patienten-Gespräch

Dabei muss der Prüfling zeigen, dass er seinen Patienten inhaltlich ohne wesentliche Rückfragen versteht. Er muss sich insbesondere so spontan und so fließend verständigen können, dass er in der Lage ist, sorgfältig die Anamnese zu erheben, Patienten und deren Angehörige über erhobene Befunde sowie eine festgestellte Erkrankung zu informieren, die verschiedenen Aspekte des weiteren Verlaufs darzustellen und Vor- und Nachteile einer
geplanten Maßnahme sowie alternativer Behandlungsmöglichkeiten erklären zu können, ohne öfter deutlich erkennbar nach Worten suchen zu müssen.
Dauer: 20 Minuten

2. Dokumentation

In diesem Teil fasst der Prüfling die im Arzt-Patienten-Gespräch gewonnenen, medizinischrelevanten Informationen in einem Arztbericht zusammen.
Damit muss er nachweisen, dass er die deutsche Sprache auch schriftlich angemessen beherrscht, um Krankenunterlagen ordnungsgemäß führen und ärztliche Bescheinigungen ausstellen zu können.
Dauer: 20 Minuten

3. Arzt-Arzt-Gespräch

In diesem letzten Prüfungsteil gibt der Prüfling die im Arzt-Patienten-Gespräch gewonnenen Informationen an das ärztliche Mitglied des Prüfungsausschusses weiter. Anschließend werden dem Prüfling Fragen gestellt. Hier muss er zeigen, dass er sich in der Zusammenarbeit mit Kollegen sowie Angehörigen anderer Berufe so klar und detailliert ausdrücken kann, dass bei Patientenvorstellungen sowie ärztlichen oder zahnärztlichen
Anordnungen und Weisungen Missverständnisse sowie hierauf berufende Fehldiagnosen, falsche Therapieentscheidungen und Therapiefehler ausgeschlossen sind.
Dauer: 20 Minuten

Das ärztliche Fachwissen wird in der Fachsprachprüfung nicht überprüft.

Der Sprachtest wurde erfolgreich abgelegt, wenn das Bewertungsgremium zu der Feststellung gelangt, dass der Antragsteller die o. g. Sprachanforderungen erfüllt.


(Quelle: http://www.nizza.niedersachsen.de/startseite/service/formulare-checklisten-150498.html)

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