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KP Medizin Halle Sachsen-Anhalt 31.1.2020 Quote 4/6

KP Medizin bestanden

Bericht über eine erfolgreich abgelegte Kennnisprüfung Medizin in Halle Sachsen-Anhalt.
4 von 6 Prüflingen schaffen die Prüfung.
Detaillierter Bericht. Danke an den Doktor und Glückwunsch zur Prüfung.

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Erfahrungen Kenntnisprüfung Humanmedizin


Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen,
4 von 6 Kollegen haben die Prüfung bestanden, die in 2 Gruppen erfolgte.


Prüfungskommission:

Herr Dr. med. F. Noack (Innere Medizin/ Notfallmedizin),
Herr Dr.med. Körner (Chirurgie),
Herr Dr. med. L.Kurch (Radiologie)


Fall: Spondylodiszitis

Teil 1 (30 min):
Rückenschmerzen im LWS nach dem Sturz, Abgeschlagenheit seit letzter Zeit, Fieber. Ich habe die Fragen bezüglich DD Rückenschmerzen gestellt (maligne Erkrankungen in Vorgeschichte, Spinalkanalstenose, Problemen mit LWS BWS, Infektionen, Operationen, Menopause usw)

Zusätzlich Dysurie, Brennen bei Wasserlassen seit paar Tagen (Harnwegsinfekt nebenbefundlich). Aus der Anamnese ein chronisches Alkoholkonsum (täglich 1 Flasche Wein).

Teil 2: (10 min)
Verordnung für weitere Diagnostik (Labor, bildgebene Diagnostik usw.)

Teil 3: (45 min)
Du bekommst die Akten von der Patientin (Laborwerte, EKG, bildgebene Diagnostik, im meinem Fall Röntgen LWS und MRT LWS, wo eigentlich die Diagnose ist bestätigt. Also das ist kein Geheimnis).

Dann man muss eine Epikrise schreiben mit weiterem Therapiekonzept.

Teil 4 (ca. 30 min):
Kommission. Patientenvorstellung.  Dann jeder von 3 Prüfer stellt die Fragen.

  • Prüfung Motorik, Sensorik, Reflexe die Beine bei der Patientin zeigen (Neurologische Untersuchung)
  • Du hast 90 sek Zeit, muss man grob ein bewusstloser Patient in der Notaufnahme untersuchen (Body-Check)
  • Sepsis, die Kriterien von Sepsis, die Krankheiten, die zum Sepsis führen können.
  • Aufklärung für MRT (Welche Fragen muss man stellen, wegen Allergien, Nierenfunktion, Platzangst, Fragen nach Implantaten, Schrittmacher)
  • 8 Erkrankungen alkohol-induziert

Teil 5:
Praktischer Teil: Herzdruckmassage und Beatmung (zu zweit), Flexule (CAVE: Hände desinfizieren, Handschuhe anziehen)

Teil 6:
Theoretische Fragen. Jeder bekommt 1 EKG+ 1 Röntgen, und dann die Fragen darüber

EKGs: 1.Vorhofflimmern, 2.Hinterwandinfarkt, 3.Kammertachykardie
Röntgen: Wir mussten alle Strukturen im Röntgen beschreiben, inkl. Knochen, und dann Pathologien.

1.Beckenfraktur durch Metastase (osteolytische (ProstataCa), osteoblastische (SD, Rektum, NierenCa), gemischte Metastasen (BronchialCa, MammaCa), 2.Mediastinale Verschattung (DD: Thymom, Lymphom, Bronchialkarzinom, Teratom), 3.Sprunggelenkfraktur (Weber Typ A)


Theoretische Fragen:
10 DD Bauchschmerzen, 10 DD Dyspnoe, 8 DD Synkope

  • Akuter arterieller Verschluss des Beines, 6-P Kriterien, Therapie
  • Vorhofflimmern, Pathophysiologie, Komplikationen, Kardioversion (medikamentöse/elektirische) Therapie
  • Akuter Myokardinfarkt, Therapie, Komplikationen

Wir waren 2 Gruppen zu dritt. In beide Gruppen 2 bestanden, 1 nicht bestanden.

Viel Erfolg!

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- Wie lange dauert es bis zur FSP oder KP ? (Die Terminvergabe und die Wartezeit verändert sich ständig und kann zwischen 3 und 12 Monaten liegen)






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BVFS Sachverständiger Willhem Gerner

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Extrem hohe Durchfallquote

Zum Schluss eine Feststellung von mir


Die Kenntnisprüfung Humanmedizin ist zwar prinzipell zu schaffen, allerdings gibt es speziell in einigen Bundesländern eine extrem hohe Durchfallquote; leider auch bei den Prüfungswiederholungen. Hierbei stellt sich oft deutlich heraus, dass es deutlich einfacher ist, wenn nicht ständig die gleichen Prüfer genommen werden. Unvoreingenommene erstmals oder gelegentlich eingesetzte Prüfer sind oft hilfsbereiter und kollegialer eingestellt und unterstützen die Kollegen.

Hierbei sollte allerdings auch erwähnt werden, dass auch bei den deutschen Studenten im ersten Versuch ein hoher Anteil das Medizinexamen nicht besteht.

Ich verfolge seit längerer Zeit die Publikationen und die Suche der Ärzte nach Protokollen und Ablaufbeschreibungen der Kenntnisprüfungen. Hierbei zeichnet sich deutlich ab, dass leider einige Prüfungsorte und die damit verbundenen Prüfungskommissionen für "hohe Durchfallquoten" bekannt und gefürchtet sind.  Zweifelsohne hängt es oft von den regionalen Zuständigkeiten und den damit eingesetzten Prüfungskommissionen ab, ob Prüfungsteilnehmer (sogar) mit identischen Ausbildungen und Zeugnissen bestehen.

Es sei Ihnen versichert, es kommt nicht unbedingt auf Ihre Fachkenntnisse an. Leider spielen in vielen Fällen andere Faktoren eine Rolle. Wie ist der Prüfer drauf, welche Laune hat er ? Mag er Sie oder missfällt ihm bereits Ihr selbstbewusstes Auftreten, Ihre Kleidung oder sonst etwas ? Weshalb bestehen andere neben Ihnen die Prüfung, die oft deutlich weniger Deutsch sprechen und/oder deshalb leichtere Fragen erhalten ?

Leider sind auch die Ergebnisse der Kenntnisprüfungen mangels fehlender Aufzeichnungen nur selten angreifbar.

Anzahl Wiederholungsprüfungen Medizin begrent

Anzahl Wiederholungsprüfungen Medizin begrenzt


Nach zwei nicht bestandenen Wiederholungsprüfungen ist die Laufbahn des Mediziners in den meisten Fällen in Deutschland beendet.

"Die Zulassung zur Prüfung erfolgt per Bescheid durch das LPA in Düsseldorf. Sie kann nur erfolgen, wenn bei Ihnen Ausbildungsdefizite festgestellt wurden bzw. Sie auf eine gutachterliche Überprüfung Ihres Studienabschlusses verzichtet haben und Sie die Prüfung nicht bereits endgültig nicht bestanden haben.

Die Kenntnisprüfung Humanmedizin kann insgesamt zweimal wiederholt werden"

Quelle: LPA Düsseldorf

Ich bewundere und bedaure die Mediziner, die oft optimistisch und sehr gut vorbereitet in eine Kenntnisprüfung gehen und dann "am Boden zerstört" mit einem vernichtenden Prüfungsergebnis nach Hause gehen. Es darf Ihnen versichert werden, dass es in den meisten Fällen nicht an Ihrer Ausbildung gelegen hat. Anerkannte promovierte Spezialisten, die in ihrem Heimatland die Abschlüsse mit Auszeichnung bestanden haben und über eine mehrjährige fundierte Berufserfahrung verfügen scheitern hier wegen eines "sprachlichen Defizits" weil sie z.B. bei einem Unfallopfer im Bericht nicht den Unterschied zwischen einem Motorroller und einem Motorrad erklären können.

Das kann es doch nicht sein.  Was hat das überhaupt noch mit medizinischen Kenntnissen zu tun ?

Regelmäßig gibt es den Foren die Hinweise, dass die Kenntnisprüfungen doch ganz einfach seien und man sich nicht durch negative Berichte entmutigen lassen soll. Das kann ganz sicher temporär auf einige Prüfungsorte zutreffen und vor einigen Jahren noch wesentlich einfacher gewesen sein. Allerdings sind die Maßstäbe überall strenger geworden. Hinzu kommt, dass man in einigen Bundesländern inzwischen mehrere Monate auf einen weiteren Termin wartet.

Die Approbationsbehörden tauschen sich inzwischen länderübergreifend aus, um den Approbationstourismus einzudämmen.

Nach zwei nicht bestandenen Wiederholungsprüfungen ist für Humanmediziner FINITO  =  Schluss !

Faszinierend  auch der Ansatz vieler Mediziner:  Ich probiere es einfach erst einmal und kann ja immer noch wiederholen.
Liebe Doktoren,
ihr könnt noch so gut sein und eine excellente Prädikatsausbildung haben; wenn Sie an den falschen Prüfer geraten, nützt Ihnen das überhaupt nichts. In vielen Fällen wird dann leider zu spät nach dem ersten Nichtbestehen doch vorsichtshalber ein Rechtsanwalt (Ich kann Ihnen Fachanwälte vermitteln) aufgesucht und es beginnt schnell ein mehrjähriges Verwaltungsverfahren.

Jetzt gibt es zudem leider oft ein deutliches Problem
Die Verwaltungsbehörde begründen (in einem oft folgenden Verwaltungsverfahren vor dem Verwaltungsgericht) gegenüber dem Gericht die Ablehnung der Approbation stets auch damit, dass Sie ja bereits eine oder zwei Kenntnisprüfungen nicht bestanden haben. Hierbei spielt es keine Rolle, woran es gelegen hat.   Dadurch haben Sie dann deutlich schlechtere Karten vor dem Verwaltungsgericht, weil die Behörde ja den Beweis hat und begründet, dass Sie keine gleichwertige Ausbildung haben.


Sie sollten stets ALLES versuchen, eine Kenntnisprüfung zu vermeiden.


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