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KP Medizin TUM München 24.10.2019 Quote 3/4

KP Medizin bestanden

Bericht über eine erfolgreich abgelegte Kennnisprüfung Medizin TUM München.
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Erfahrungen Kenntnisprüfung Humanmedizin


KP - TUM - 24.10.2019
Kommission:
PD Dr. med. Tobias Lahmer (Innere - Vorsitzender),

Prof. Dr. Marcus Feith (Chirurgie),
PD Dr. med. Christian Schulz (Anästhesie)

Ergebnis: 3/4 bestanden.


Es lag keine Prüfungsprotokolle zu Dr. Lahmer vor. Er schien dieses Jahr zum ersten Mal zu prüfen. Wir haben vor ca. einem Monat vor der Prüfung ihn per Mail gefragt, ob die weiteren Prüfer mitgeteilt werden dürfen. Er antwortete uns nach ca. drei Wochen vor dem Prüfungstag, hat uns dabei gebeten, um 10:00 Uhr zur Prüfung zu erscheinen und gab an, dass die Mitteilung weiterer Prüfern laut Prüfungsordnung nicht möglich ist. Das dritte Fach wurde ebenfalls nicht mitgeteilt. Erst am Prüfungstag haben wir die anderen zwei Namen erfahren.


Um 10 Uhr: Praktischer Teil
• Anamnese und körperlich Untersuchung, ca. 45 Min.
• Diagnose -> NASH (Nicht-alkoholische Steatohepatitis),
Ösophagusvarizenblutungen und spontane bakterielle Peritonitis in der
Vorgeschichte, Z.n. TIPS-Anlage
• Wir mussten das Anamnese- und Untersuchungsbogen ausfüllen (hierbei händigte er uns die Bogen der Station aus)
Fragen von Dr. Lahmer am Patientenbett:
• Was hat der Pat. am Hals? (ZVK)
• Wo kann man ein ZVK legen? Wo liegt der ZVK bei unserem Pat.?
• Welche Komplikationen können bei einer ZVK-Anlage vorkommen? Was
machen wir nach der Anlage? (Rö-Thorax) Warum? (Ausschluss
Pneumothorax)
• Auffälligkeiten bei der körperlichen Untersuchung des Pat.? (Aszites) Wie
kann man Aszites untersuchen? (Perkussion, liegend und in Seitenlage,
Wechsel des Klopfschalls bei Lageänderung, Undulation)
• Wie führt man eine Aszitespunktion durch? Ideale Punktionsstelle? Warum?
• Aufklärung für Gastroskopie -> Dabei legt er besonders Wert, dass wir nach
bekannten Allergien nachfragen


Um 14 Uhr: Mündlicher Teil
Chirurgie (Feith)
• Definition akutes Abdomen?
• Alle möglichen Differentialdiagnosen (erst nach Lokalisation, dann nach
Pathophysiologie)
• Vorgehen in der Notaufnahme (Anamnese, körperliche Untersuchung,
Labor, Bildgebung... Befundkonstellation bei jeweiligen
Differentialdiagnosen)
• Unter Laborparametern erwähnte ich Laktat, dann ist er auf
Mesenterialischämie bzw. -infarkt näher eingegangen
• Diagnostik Darmwandnekrose (Pneumatosis intestinalis)

Anästhesie (Schulz)
• Zeigte eine BGA (respiratotische Alkalose)
• Ursachen respiratorische Alkalose
• Warum sehen wir so eine BGA sehr oft im Kreißsaal (Wehen –>
Hyperventilation)
• Was ist die Rolle der Anästhesiologie im Kreißsaal? Was machen wir da?
(Dabei erwähnte ich PDA, dann ist er näher darauf eingegangen)
• Welche Komplikationen können bei der Anwendung einer PDA
vorkommen? (Kopfschmerzen vor allem)
• Was machen wir das zu vermeiden? (Nur 2 Sachen wirksam –> Koffein und
Blutpatch)
• Maskenbeatmung nicht möglich -> Was dann? (Verbesserung der
Kopflage/des Handgriffs, Einlage eines Guedel-Tubus, Intubationsversuch,
Versuch Einsatz LAMA...) Was er hören wollte -> Von anderen Kollegen Hilfe
holen.

Innere (Lahmer)
• Pat. mit Brustschmerzen, zeigte dabei ein EKG (war unauffällig) und Labor
(Troponin-Erhöhung) –> NSTEMI

• Welche Diagnosen umfasst der Begriff akutes Koronarsyndrom?
Unterscheidung
• Therapie NSTEMI
• Pat. mit rechtsseitigen Oberbauchschmerzen, sie machen ein Labor (zeigte
die Befunde) -> Cholestaseparameter waren erhöht -> Differentialdiagnosen
• Wie gehen wir weiter vor?
• Was könnte man in der Sonographie sehen?
• Wann führen wir eine ERCP durch?
• Zeigte Bilder von einer ERCP -> Stein sichtbar “War es denn eine gute
Entscheidung, ERCP durchzuführen?“
• Bei Cholangitis –> Notfall-OP oder nicht? Warum?
• Zeigte noch ein EKG -> ventrikuläre Tachykardie
• Therapie ventrikuläre Tachykardie
• Zu welcher Klasse von Antiarrhythmika gehört Amiodaron (Klasse-III)


Fragen von Anderen:
• Feith:
Lungenherdbefund, Kolonpolypen/Kolorektales Karzinom,
Polytrauma
• Lahmer:
Pneumonie, Leberzirrhose, metabolische Azidose,

Niereninsuffizienz, bakterielle Durchfallerkrankungen (inkl.
Pseudomembranöse Kolitis), Lungenembolie...
• Schulz:
Schock, Volumentherapie/Hirndrucksteigerung, Durchführung

Intubation, Intubationsalgorithmus (Klassische Alghorithmus/Änderung der
Alghorithmus), ZVK-Anlage (Überprüfung der korrekten Lage durch
Herzmonitoring -> beim Vorschieben des Drahts überhöhte P-Wellen im
Monitor, dann ein Stück zurückziehen), wichtige Medikamente in der
Anästhesie (Hypnotika, Opioide, Muskelrelaxantien)


Eindruck: Alle drei sind sehr nette Prüfer. Dr. Lahmer war ganz entspannt, brachte
vor dem zweiten Teil sogar Kaffeekannen, Tassen, Wasserflaschen mit.
Hatte viel
Material mit (hatte für jeden von uns einen Fall dabei, Laborwerte, EKGs, BGAs,

Laborbefunde, Befunde von bildgebenden Untersuchungen wie USG/CT-
Thorax/ERCP).

Dr. Schulz sorgte für eine angenehme Atmosphäre, reagierte mit “Perfekt!”, selbst wenn wir ganz einfache Antworten gegeben haben, das war irgendwie zeitweise merkwürdig. Vor seinen schwierigen Fragen warnte er uns
(bspw. epiduraler Blutpatch), sodass es weniger stressig war.
Dr. Feith wollte ganz
klare Antworten, systematische Erklärungen.


Lernmaterial:
• Anamnese und körperliche Untersuchung (Julia Seiderer-Nack)
• Amboss
• Meditorium Podcasts (zur Wiederholung)
• Fallbuch Innere 150 Fälle
• Last Minute Pharmakologie


Viel Erfolg!

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Extrem hohe Durchfallquote

Zum Schluss eine Feststellung von mir


Die Kenntnisprüfung Humanmedizin ist zwar prinzipell zu schaffen, allerdings gibt es speziell in einigen Bundesländern eine extrem hohe Durchfallquote; leider auch bei den Prüfungswiederholungen. Hierbei stellt sich oft deutlich heraus, dass es deutlich einfacher ist, wenn nicht ständig die gleichen Prüfer genommen werden. Unvoreingenommene erstmals oder gelegentlich eingesetzte Prüfer sind oft hilfsbereiter und kollegialer eingestellt und unterstützen die Kollegen.

Hierbei sollte allerdings auch erwähnt werden, dass auch bei den deutschen Studenten im ersten Versuch ein hoher Anteil das Medizinexamen nicht besteht.

Ich verfolge seit längerer Zeit die Publikationen und die Suche der Ärzte nach Protokollen und Ablaufbeschreibungen der Kenntnisprüfungen. Hierbei zeichnet sich deutlich ab, dass leider einige Prüfungsorte und die damit verbundenen Prüfungskommissionen für "hohe Durchfallquoten" bekannt und gefürchtet sind.  Zweifelsohne hängt es oft von den regionalen Zuständigkeiten und den damit eingesetzten Prüfungskommissionen ab, ob Prüfungsteilnehmer (sogar) mit identischen Ausbildungen und Zeugnissen bestehen.

Es sei Ihnen versichert, es kommt nicht unbedingt auf Ihre Fachkenntnisse an. Leider spielen in vielen Fällen andere Faktoren eine Rolle. Wie ist der Prüfer drauf, welche Laune hat er ? Mag er Sie oder missfällt ihm bereits Ihr selbstbewusstes Auftreten, Ihre Kleidung oder sonst etwas ? Weshalb bestehen andere neben Ihnen die Prüfung, die oft deutlich weniger Deutsch sprechen und/oder deshalb leichtere Fragen erhalten ?

Leider sind auch die Ergebnisse der Kenntnisprüfungen mangels fehlender Aufzeichnungen nur selten angreifbar.

Anzahl Wiederholungsprüfungen Medizin begrent

Anzahl Wiederholungsprüfungen Medizin begrenzt


Nach zwei nicht bestandenen Wiederholungsprüfungen ist die Laufbahn des Mediziners in den meisten Fällen in Deutschland beendet.

"Die Zulassung zur Prüfung erfolgt per Bescheid durch das LPA in Düsseldorf. Sie kann nur erfolgen, wenn bei Ihnen Ausbildungsdefizite festgestellt wurden bzw. Sie auf eine gutachterliche Überprüfung Ihres Studienabschlusses verzichtet haben und Sie die Prüfung nicht bereits endgültig nicht bestanden haben.

Die Kenntnisprüfung Humanmedizin kann insgesamt zweimal wiederholt werden"

Quelle: LPA Düsseldorf

Ich bewundere und bedaure die Mediziner, die oft optimistisch und sehr gut vorbereitet in eine Kenntnisprüfung gehen und dann "am Boden zerstört" mit einem vernichtenden Prüfungsergebnis nach Hause gehen. Es darf Ihnen versichert werden, dass es in den meisten Fällen nicht an Ihrer Ausbildung gelegen hat. Anerkannte promovierte Spezialisten, die in ihrem Heimatland die Abschlüsse mit Auszeichnung bestanden haben und über eine mehrjährige fundierte Berufserfahrung verfügen scheitern hier wegen eines "sprachlichen Defizits" weil sie z.B. bei einem Unfallopfer im Bericht nicht den Unterschied zwischen einem Motorroller und einem Motorrad erklären können.

Das kann es doch nicht sein.  Was hat das überhaupt noch mit medizinischen Kenntnissen zu tun ?

Regelmäßig gibt es den Foren die Hinweise, dass die Kenntnisprüfungen doch ganz einfach seien und man sich nicht durch negative Berichte entmutigen lassen soll. Das kann ganz sicher temporär auf einige Prüfungsorte zutreffen und vor einigen Jahren noch wesentlich einfacher gewesen sein. Allerdings sind die Maßstäbe überall strenger geworden. Hinzu kommt, dass man in einigen Bundesländern inzwischen mehrere Monate auf einen weiteren Termin wartet.

Die Approbationsbehörden tauschen sich inzwischen länderübergreifend aus, um den Approbationstourismus einzudämmen.

Nach zwei nicht bestandenen Wiederholungsprüfungen ist für Humanmediziner FINITO  =  Schluss !

Faszinierend  auch der Ansatz vieler Mediziner:  Ich probiere es einfach erst einmal und kann ja immer noch wiederholen.
Liebe Doktoren,
ihr könnt noch so gut sein und eine excellente Prädikatsausbildung haben; wenn Sie an den falschen Prüfer geraten, nützt Ihnen das überhaupt nichts. In vielen Fällen wird dann leider zu spät nach dem ersten Nichtbestehen doch vorsichtshalber ein Rechtsanwalt (Ich kann Ihnen Fachanwälte vermitteln) aufgesucht und es beginnt schnell ein mehrjähriges Verwaltungsverfahren.

Jetzt gibt es zudem leider oft ein deutliches Problem
Die Verwaltungsbehörde begründen (in einem oft folgenden Verwaltungsverfahren vor dem Verwaltungsgericht) gegenüber dem Gericht die Ablehnung der Approbation stets auch damit, dass Sie ja bereits eine oder zwei Kenntnisprüfungen nicht bestanden haben. Hierbei spielt es keine Rolle, woran es gelegen hat.   Dadurch haben Sie dann deutlich schlechtere Karten vor dem Verwaltungsgericht, weil die Behörde ja den Beweis hat und begründet, dass Sie keine gleichwertige Ausbildung haben.


Sie sollten stets ALLES versuchen, eine Kenntnisprüfung zu vermeiden.


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