Kommentare zu: FSP Berlin 19.7.2019 https://approbations.info/fsp-berlin-19-7-2019-2/ Themen rund um die Approbation. Hilfestellungen, Auswertungen und Gutachten. Fri, 02 Aug 2019 15:52:19 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Von: Ipek Grün https://approbations.info/fsp-berlin-19-7-2019-2/#comment-17848 Fri, 02 Aug 2019 15:52:19 +0000 http://approbations.info/?p=66938#comment-17848 Meine Lieben Kollegen
ich habe die FSP am 30.07.2019 in Düsseldorf zum ersten Mal abgelegt und bestanden. Die Erfahrungen von Freunden auf dieser Seite haben mir sehr geholfen deswegen möchte ich auch anderen Prüflingen helfen.
Mein Fall war Kopfschmerzen. Die 62 jährige Frau Silvia Hammers hat arterielle HT und DM hat seit 3 Tagen persistierende Kopfschmerzen. Ich habe das ganze Anamnesegespräch auswendig gelernt. Es war nicht schwierig für mich. Ich habe alle Fragen in der richtigen Reihenfolge gestellt und Notizen gemacht. Wir haben die Anamnesebogen in dem ersten Teil nicht also musste ich mich an die Reihenfolge erinnern: Name, Alter, Gewicht, Größe, Allergien, Noxen, Sozialanamnese, Familienanamnese, Aktuelle Anamnese: Beschwerde, was/ seit wann/ wo genau/ ausstrahlen/ vergleich mit/ Schmerzskala/ Begleitsymptome/ vegetative Anamnese/ Vorerkrankungen/ Operationen/ Medikation…
Die Patientin hat mir sehr deutlich geantwortet, war sehr nett, die Zeit reicht. Mein einziger Fehler war: ich habe den Namen des Medikaments, das sie nutzt nicht gut verstanden. Ich habe einmal nachgefragt noch immer nicht verstanden und aufgeschrieben was ich gehört hatte. Das war ein großer Fehler weil nachher beim Arzt-Arzt Gespräch führte es zu Problemen. Die Ärzte haben mir gesagt, dass es OK ist wenn man ein Medikament nicht kennt. Man kann nicht alle Medikamente kennen aber man muss den Namen unbedingt richtig schreiben. Ich hätte den Namen des Medikaments buchstabieren lassen sollen. Machen Sie es so wenn Sie etwas nicht verstehen.
Es gibt eine Uhr auf der Tisch. Man kann sehen wie viel Zeit man hat um das Gespräch zu führen. Nachdem ich alle Fragen gestellt hatte, habe ich eine Zusammenfassung gemacht “Ich möchte kurz zusammenfassen was Sie mir gesagt haben. Habe ich Sie richtig verstanden…” und ich habe kurz über den Verlauf gesprochen “Jetzt werde ich eine KU durchführen danach wird unsere Krankenschwester von Ihnen Blut abnehmen…” Ich denke Zusammenfassung und Verlauf sind sehr wichtig in der Prüfung. Dann klingt eine Glocke und jemand führt mich zum nächsten Zimmer. Da ist der Anamnesebogen, dessen Beispiel man im Internet sehr einfach finden kann. Ich habe mehrmals über Beispiele gelernt, deswegen war das auch nicht schwierig für mich. Ich habe alles, was ich notiert habe, auf den Anamnesebogen abgeschrieben (achten Sie bitte auf Fachwörter! Man spricht mit dem Patienten in Laiensprache aber muss alles in Fachsprache dokumentieren). Fünf Minten vor Ende der Arbeitszeit klingelt das Telefon: Frau Fischer Thrombozytenspiegel: 15,500 / mikroL. Dann noch mal Kling und das letzte Zimmer. Da waren zwei Ärzte. Beide waren sehr nett. Zuerst haben wir über den Anruf gesprochen. Was sind Thrombozyten, was ist das normale Spektum, was ist die Einheit, was passiert wenn sie niedrig sind. Wie würden Sie der Patientin erzählen was los ist. Dann haben wir über den Fall gesprochen. Ich hatte keine konkrete Diagnose im Kopf aber ich habe alles erzählt was ich herausgefunden habe. Sie haben mir weitere Fragen gestellt und über die Risikofaktoren für cerebrovaskule Pathologien gefragt. Wir haben über die Verdachtsdiagnosen besprochen und die Diagnose zusammen gefunden. Am Ende haben Sie mir Laborergebnisse gezeigt, wo Glukose 486 mg/dL war!!!! Die Diagnose war cerebrovaskule Kopfschmerzen wegen diabetischer Ketoacidose. Dann kommen Abkürzungen. Ich möchte hier etwas betonen. Ich habe die Abk. immer auf einem Zettel gelernt. Ich dachte wir bekommen einen Zettel und schreiben die Erklärungen. Aber nein. Der Gutachter hat die Abkürzungen vorgelesen und ich musste verstehen was er gesagt hat. Das war schwierig für mich. Man muss mehr Hörverständnis lernen. Es geht nicht immer nur um lesen und verstehen. Also, finden Sie jemanden , der Ihnen Abk. vorliest!
Die Prüfung war allgemein gut. Es gab nicht viele Überraschungen. Wenn man gut vorbereitet ist, schafft man sie leicht.
Ein paar allgemeine Empfehlungen: Bitte bringen Sie eine Euromünze mit für die Prüfung zur Nutzung des Schließfachs. Das war in der E-mail geschrieben, ich hatte das dabei, aber ein anderer Prüfling hatte es nicht und er musste herumfragen, er musste es lange Zeit suchen und das war peinlich. Der Schrank kostet nicht einen Euro also 2 mal 50 Cent oder 2 Euro (ein Euro zurück) funktioniert nicht. Der Schrank hat einen Schloss wie die Einkaufswagen, der nur mit 1 Euro funktioniert. Und es ist wichtig weil man alles zurücklassen muss. (Taschen, Mantel, Handy etc.)
Es gibt eine bequeme Wartehalle. Ich hatte Probleme mit der Zeitberechnung. Ich wollte nicht zu spät sein, aber was mache ich wenn ich zu früh bin… So Sie können so früh gehen wie Sie wollen. Kein Problem, man kann in aller Ruhe warten.
Ich weiß das ansonsten meistens über die Fälle gesprochen wird. Ich wollte zusätzlich ein paar logistische Hinweise geben.
Ich habe von dem Buch “Deutsch für Ärzte und Ärztinnen” sehr profitiert. Ich habe auch Skype-Privat-Unterrichte gekauft. Das würde ich nicht empfehlen. Sehr teuer und die Ärztin hatte nie Zeit, wir mussten uns immer sehr spät treffen. Nach ein paar Unterrichten habe ich abgesagt. Dann habe ich im Internet “Matthias Behrends Fachsprache.org” gefunden. Er bietet auch online Kurse an, aber das wollte ich nicht. Ich habe die Lernpakete gekauft “Arzt-Arzt Vorstellung” und ” Dokumentation” Das hat mein Leben gerettet. Es gibt viele Beispiele von unterschiedlichen Fällen. Ich empfehle diese Seit auch. Darüber hinaus “last but not the least” habe ich täglich “Klinik am Südring” geschaut. Das kann man auch in Youtube finden. Das war auch sehr sehr hilfreich.

Ich wünsche Ihnen alle sehr angenehme Prüfungen und viel Erfolg
Ipek Grün

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