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KP Medizin Chemnitz Sachsen 4.3.20

Bericht über eine erfolgreich abgelegte Kennnisprüfung Medizin in Sachsen.
Ungewöhnlich vorbildlicher detaillierter Bericht.

Prüfungskommission:
Prof. Fröhner (Urologie, Vorsitzender)
Dr. Graetz (Innere Medizin)
Dr. Heldmann (Chirurgie)

Danke an den Doktor und Glückwunsch zur Prüfung.

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Erfahrungen Kenntnisprüfung Humanmedizin

Die Wartezeit in Sachsen beträgt im Moment ungefähr 1 Jahr ...


Hallo. Am 04.03 habe ich meine Kenntnisprüfung in Sachsen (Chemnitz) bestanden!

Vielen Dank an alle, die ein gutes und ausführliches Protokoll geschrieben haben.
Es ist sehr wichtig, dass ihr es auch macht, damit die anderen Kollegen es auch ausnutzen können.

Ich schreibe hier die Hauptthemen und was sie gefragt haben. Es macht aber meiner Meinung nach keinen Sinn sehr spezifisch zu lernen, wenn man keine Prüfungskommission noch Termin bekommen hat. Andere Sachen und andere Protokolle könnt ihr gegen einen Pfand bei der FSR der TU Dresden kriegen.


Prüfungskommission:
Prof. Fröhner (Urologie, Vorsitzender)
Dr. Graetz (Innere Medizin)
Dr. Heldmann (Chirurgie)


Die Prüfung:
Die Kommission hat uns vor dem praktischen Teil einen Patienten zugeteilt. Sie waren wirklich sehr nett. Wir habe uns vorgestellt und gesagt, was wir in Deutschland machen wollen. Normalerweise versuchen sie, dass die, die in der Chirurgie oder in der Inneren arbeiten, einen entsprechenden Patienten bekommen.
Mein Fall war eine Peritonitis bei einem abszedierendem Konglomerattumor (Z.n Diskontinuitätsresektion, Stoma usw.). Ich konnte die Untersuchung allein machen und hatte viel Zeit, um den Brief zu schreiben. Man muss einen ganzen Arzbrief mit einer kurzen Epikrise/Verlauf. Dafür habe ich ein paar Unterlagen gekriegt und ich durfte mit den Assistenten oder PJlern über den Fall reden. Inzwischen hat Dr. Graetz nach meinen Diagnosen, Differentialdiagnosen und der Blutversorgung des Kolons gefragt.
Wir hatten mehr als genügend Zeit. Den Brief hatten sie gar nicht gelesen, bevor sie mich das Ergebnis gegeben haben. Wichtiger war glaube ich die Fallvorstellung, aber trotzdem habe ich zuhause Musterbriefe geübt, um sicher zu sein, dass ich schnell schreiben würde.

Theoretischer Teil.
Wir wurden einzeln zum Konferenzraum der Urologie aufgerufen. Nach der Fallvorstellug mit dem geschrieben Brief hat die Fragenrunde angefangen. Einige waren offene Fragen (was wissen Sie von....) und andere eher spezifisch (Adalimumab, anti-was?). Alles sehr praktisch aber einige Sachen sehr tief. Trotzdem haben die Prüfer immer geholfen und waren sehr nett. Sie erwarten natürlich nicht, dass man alles beantworten kann (wirklich, keine Angst). Ich habe das Gefühl, sie wollen sehen, dass du die Sachen überlegen kannst und eine medizinische Denkweise hast.

Chirurgie: Differentialdiagnose (vom Fall)? Entzündlich vs Tumor? Morbus Crohn vs Colitis ulcerosa (Definition, Klinik, Unterschied, Diagnostik, Behandlung und Therapie, mit Behandlung ein paar Komplikationen wie Stenosen z.B)
Kolonkarzinom. (Diagnostik, Prozedere bei fortgeschrittenem Karzinom) Palliative vs Adjuvante Therapie?
Prozedere.
Stomaentfernung? Wann?

Urologie
Pheochromozitom (was wissen Sie? OP und medikamentöse Therapie)
Nierentumoren. (Gut- und bösartig, Klinik) Harnwegkarzinom (nur welche ist der häufigste?)
Klarzelligem Karzinom (Diagnose, Therapie bei fortgeschrittenem Karzinom). Die normale Chemotherapie funktioniert nicht? Was benutzt man? Hier muss ich sagen, er war sehr zufrieden, als ich Bevacizumab und Checkpoint-Inhibitoren gesat habe. Sie erwarten nicht, dass du sowas weißt... aber ich wusste, dass er tief über Onkologie fragt und habe mich ein paar Stichwörter über Chemo und Immuntherapie eingeprägt.

Innere
Weiter mit Check-Point-Inhibitoren (Nebenwirkungen, andere Anwendung).
Wieder mit M. Crohn. Medikamentöse Skalationstherapie (Er hat nur gefragt, gibt es Alternative zu den Steroiden? Und ich habe die Namen der Medikamenten erwähnt]. Was machen Infliximab und Adalimumab? (Hab nur Anti-TNF gesagt, und es war genugt).
Fall (Riesenzellarteritis + Polymxalgya Rheumatica): 70 jährige Frau mit Kopfschmerzen, was machen sie? (Anamnese, Diagnostik, Komplikationen, Sonografiebefund, Therapie in der Notaufnahme, kurz über Cortisontherapie)
Danach: man versucht sie auszuschleichen aber die Pat kriegt immer wieder Beschwerden... welche Möglichkeiten? Monoklonale Antikörper, gegen was? IL-6. Dann war er sehr zufrieden und alles fertig!


Ich habe das Gefühl, die Prüfung ist überhaupt nicht so einfach aber die Stimmung war wirklich sehr gut und sie haben irgendwie geholfen.
Man muss viel lernen aber auch ruhig bleiben. In Internet habe ich gesehen, dass der Urologe viel über die onkologischen Erkrankungen erforscht hat und dass der Internist die Rheumatologie als Schwerpunkt hat...
Daher habe ich das extra gelernt...
Man muss ein gutes Grundwissen haben und logisch denken. Zunächst das Einfache lernen und danach diese spezifische Therapie.

Ich wünsche euch viel Erfolg und viel Ruhe bei der Vorbereitung. Seid nur fleißig beim Lernen und alles wird klappen.


Hallo. Anbei ungefähr meine Vorbereitung:
Seit ein paar Monaten habe ich das „Lernplan vom Amboss für das 3. Staatsexamen“ ganz oberflächlich gelesen. (Da gibt es viele schwiereigen Sachen die ich nicht bemerkt habe, wollte aber nur eine Idee haben). Dazu habe ich Protokolle von Sachen im Facebook gesucht, um zu sehen was man fragt und habe verscuht diese Sachen auch zu beantworten. Ich habe die wichtigsten Themen zusammenverfasst mit Ruhe seit vielen Monaten.
Nebenan habe ich ein paar Fallbücher in der SLUB-Medizin ausgeliehen. Es war KOSTENLOS, da kannst du VIELE BÜCHER finden, ich habe wirklich KEIN Buch gekauft!!  Am besten habe ich das Buch „Mex Das Mündliche Examen – Innere Medizin und Chirurgie“ gefunden (sehr empehlenswert!).
Als ich den Termin bekam, habe ich alles intensiviert und die Sachen der Protokolle in Flashcards zusammengefasst. Hauptsache: ein bisschen über Klinik, Diagnostik und Therapie der wichtigsten Erkrankungen sagen zu können. In den letzten Tagen habe ich ein bisschen geübt, wie ich den Brief schreiben würde, damit ich die Sachen nicht vergesse. Auch ein paar feste schenlle Redewendungen für die Epikrise/den Verlauf zum Beispiel.
Es war ein bisschen (eigentlich sehr) stressig aber in der Prüfung habe ich bemerkt, dass der Brief für meine Kommission nicht so wichtig war.
Unsere Kommission hatte einen Urologen, der sogar die Namen der Chemo und Immuntherpie fragt oder was genau man bei jungen/alten oder lokalen/fortgeschrittenen Tumoren fragt... Das habe ich nur in der Urologie gelernt zB. Auch habe ich im Internet den Internisten gesucht und gesehen, er ist Rheumatologe. Daher habe ich nur DAS tief gelernt und deswegen glaube ich, sie waren zufrieden und haben tiefer gefragt. Natürlich habe ich das nicht mit ALLEM gemacht, nur für ein paar häufig gefragte Erkrankungen.


Viel Ruhe! Lern mal zunächst das Grundwissen und danach, wenn du den Termin und die Kommission hast, kannst du tiefer weitermachen!

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Extrem hohe Durchfallquote

Zum Schluss eine Feststellung von mir


Die Kenntnisprüfung Humanmedizin ist zwar prinzipell zu schaffen, allerdings gibt es speziell in einigen Bundesländern eine extrem hohe Durchfallquote; leider auch bei den Prüfungswiederholungen. Hierbei stellt sich oft deutlich heraus, dass es deutlich einfacher ist, wenn nicht ständig die gleichen Prüfer genommen werden. Unvoreingenommene erstmals oder gelegentlich eingesetzte Prüfer sind oft hilfsbereiter und kollegialer eingestellt und unterstützen die Kollegen.

Hierbei sollte allerdings auch erwähnt werden, dass auch bei den deutschen Studenten im ersten Versuch ein hoher Anteil das Medizinexamen nicht besteht.

Ich verfolge seit längerer Zeit die Publikationen und die Suche der Ärzte nach Protokollen und Ablaufbeschreibungen der Kenntnisprüfungen. Hierbei zeichnet sich deutlich ab, dass leider einige Prüfungsorte und die damit verbundenen Prüfungskommissionen für "hohe Durchfallquoten" bekannt und gefürchtet sind.  Zweifelsohne hängt es oft von den regionalen Zuständigkeiten und den damit eingesetzten Prüfungskommissionen ab, ob Prüfungsteilnehmer (sogar) mit identischen Ausbildungen und Zeugnissen bestehen.

Es sei Ihnen versichert, es kommt nicht unbedingt auf Ihre Fachkenntnisse an. Leider spielen in vielen Fällen andere Faktoren eine Rolle. Wie ist der Prüfer drauf, welche Laune hat er ? Mag er Sie oder missfällt ihm bereits Ihr selbstbewusstes Auftreten, Ihre Kleidung oder sonst etwas ? Weshalb bestehen andere neben Ihnen die Prüfung, die oft deutlich weniger Deutsch sprechen und/oder deshalb leichtere Fragen erhalten ?

Leider sind auch die Ergebnisse der Kenntnisprüfungen mangels fehlender Aufzeichnungen nur selten angreifbar.

Anzahl Wiederholungsprüfungen Medizin begrent

Anzahl Wiederholungsprüfungen Medizin begrenzt


Nach zwei nicht bestandenen Wiederholungsprüfungen ist die Laufbahn des Mediziners in den meisten Fällen in Deutschland beendet.

"Die Zulassung zur Prüfung erfolgt per Bescheid durch das LPA in Düsseldorf. Sie kann nur erfolgen, wenn bei Ihnen Ausbildungsdefizite festgestellt wurden bzw. Sie auf eine gutachterliche Überprüfung Ihres Studienabschlusses verzichtet haben und Sie die Prüfung nicht bereits endgültig nicht bestanden haben.

Die Kenntnisprüfung Humanmedizin kann insgesamt zweimal wiederholt werden"

Quelle: LPA Düsseldorf

Ich bewundere und bedaure die Mediziner, die oft optimistisch und sehr gut vorbereitet in eine Kenntnisprüfung gehen und dann "am Boden zerstört" mit einem vernichtenden Prüfungsergebnis nach Hause gehen. Es darf Ihnen versichert werden, dass es in den meisten Fällen nicht an Ihrer Ausbildung gelegen hat. Anerkannte promovierte Spezialisten, die in ihrem Heimatland die Abschlüsse mit Auszeichnung bestanden haben und über eine mehrjährige fundierte Berufserfahrung verfügen scheitern hier wegen eines "sprachlichen Defizits" weil sie z.B. bei einem Unfallopfer im Bericht nicht den Unterschied zwischen einem Motorroller und einem Motorrad erklären können.

Das kann es doch nicht sein.  Was hat das überhaupt noch mit medizinischen Kenntnissen zu tun ?

Regelmäßig gibt es den Foren die Hinweise, dass die Kenntnisprüfungen doch ganz einfach seien und man sich nicht durch negative Berichte entmutigen lassen soll. Das kann ganz sicher temporär auf einige Prüfungsorte zutreffen und vor einigen Jahren noch wesentlich einfacher gewesen sein. Allerdings sind die Maßstäbe überall strenger geworden. Hinzu kommt, dass man in einigen Bundesländern inzwischen mehrere Monate auf einen weiteren Termin wartet.

Die Approbationsbehörden tauschen sich inzwischen länderübergreifend aus, um den Approbationstourismus einzudämmen.

Nach zwei nicht bestandenen Wiederholungsprüfungen ist für Humanmediziner FINITO  =  Schluss !

Faszinierend  auch der Ansatz vieler Mediziner:  Ich probiere es einfach erst einmal und kann ja immer noch wiederholen.
Liebe Doktoren,
ihr könnt noch so gut sein und eine excellente Prädikatsausbildung haben; wenn Sie an den falschen Prüfer geraten, nützt Ihnen das überhaupt nichts. In vielen Fällen wird dann leider zu spät nach dem ersten Nichtbestehen doch vorsichtshalber ein Rechtsanwalt (Ich kann Ihnen Fachanwälte vermitteln) aufgesucht und es beginnt schnell ein mehrjähriges Verwaltungsverfahren.

Jetzt gibt es zudem leider oft ein deutliches Problem
Die Verwaltungsbehörde begründen (in einem oft folgenden Verwaltungsverfahren vor dem Verwaltungsgericht) gegenüber dem Gericht die Ablehnung der Approbation stets auch damit, dass Sie ja bereits eine oder zwei Kenntnisprüfungen nicht bestanden haben. Hierbei spielt es keine Rolle, woran es gelegen hat.   Dadurch haben Sie dann deutlich schlechtere Karten vor dem Verwaltungsgericht, weil die Behörde ja den Beweis hat und begründet, dass Sie keine gleichwertige Ausbildung haben.


Sie sollten stets ALLES versuchen, eine Kenntnisprüfung zu vermeiden.


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