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Kenntnisprüfung Münster

Danke für diesen detaillierten Bericht einer Kenntnisprüfung Humanmedizin aus Dezember 2016. Der Bericht der Ärztin zeigt die Details und auch, dass in Münster "gelegentlich" jemand die Prüfung besteht, obwohl eigentlich die Durchfallquote bei einem bestimmten Prüfer sehr hoch sein soll.


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Protokoll einer Kenntnisprüfung in Münster (NRW)

Kenntnisprüfung in Münster am 7.12.16


Prüfer:
Boknik, Roos, Brand

1. Anamneseerhebung

Nur 2 Fragen konnte ich an den Patienten stellen:
Name, warum sind Sie zu uns gekommen? Weil er Beinödem hatte.

Körperliche Untersuchung:
• Untersuchung des Herzens: Es gab ein Systolikum, ich konnte es nicht erkennen. Er hat die Antwort gegeben, eine Aortenklappenstenose und dann hat Fragen gestellt:
o Was hört man bei Aortenklappenstenose?
o Ursachen von Aortenklappenstenose
• Untersuchung der Lungen: Es war frei. Das war richtig.
o Was würden Sie bei einem Pleuraerguss finden?
• Untersuchung der Leber: Nur Palpation, es war falsch durchgeführt, weil der Patient nicht flach war!!!!
o Warum soll der Patient flach liegen?
o Warum untersucht man die Leber in Inspiration?
• Untersuchung der Beinödeme: Nur drucken pretibial. Es war richtig
o Wo soll man das untersuchen?
o Was soll man beachten? uni oder bilateral, Schwellung, warm oder kalt?
o Differential Diagnose von Beinödem:
 kardiale, renale Ursachen....
 Was für renale Ursachen gibt es? DM...
 Welche Arten von DM? Welche Unterschied gibt es zwischen DM1 und DM2 bezüglich der Nierenschäden?
 Welche ist der patophysiologische Erklärung für DM1 und DM2?
 Erstes Zeichen der DM: Microalbuminärie
 Klinische Zeichen von TVT. Die Namen und wie man sie untersucht.
Welches Krankheitsbild hatte der Patient? DM2 Hyperglykämische Entgleisung. Vorerkrankungen (Aortenklappenstenose)

2. Dokumentation

Wie viel Zeit hatten Sie zur Dokumentation? 25 Minuten. Es reicht.

Welche Fragen wurden zur Dokumentation gestellt? Ein sehr kleiner Bogen. Nur mit folgenden Stichwörter:
• Diagnose (Man musste hier die Grunderkrankung schreiben): DM2, Vorerkrankung (Aortenklappenstenose)
• Aktuelle Krankheit: Hyperglykämische Entgleisung (zum Ausschluss diabetische ketoazidose vs Hyperosmolar hyperglykämische Zustand
• Körperliche Untersuchung (man musste hier nur schreiben, was man untersuchen musste)
• Weitere Diagnostik und Therapie

3. Prüfungsgespräch

Welche Rückfragen wurden Ihnen zur Anamnese und den erhobenen Befunden gestellt?
• Sie haben mir nochmal nach der klinischen TVT Zeichen gefragt
• Was wäre die differential Diagnose, wenn das Bein kalt wäre.

Wurden Ihnen weitere Patientenunterlagen (z. B. EKG) zur Beurteilung vorgelegt? Wenn ja welche?
• Rö Thorax: Lungenembolie (Sie haben nach der Radiologische Zeichen der Lungenembolie gefragt)
• 24h Blutdruckmessung: non dipper
• EKG: Komplett Rechtsschenkelblock
• EKG: Kammerflimmer
Welche Fragen wurden Ihnen zum Procedere gestellt? Keine

Welche weiteren Fragen wurden Ihnen gestellt zum Thema

• Innere Medizin
• 24h Blutdruckmessung: non dipper. Was würden Sie diagnostisch machen? Non dipper Patienten haben normalerweise eine sekundäre Hypertonie. Welche Ursachen für sekundäre Hypertonie kennen Sie? Nierenarterienstenose, DM, etc. Kennen Sie das Conn-Syndrom? Ja, primärer Hyperaldosteonismus. Kann das eine sekundäre Hypertonie auslösen? Ja. Wie kann man das diagnostizieren? Aldosteron, Renin bestimmen. Wie ist Kalium in diesem Syndrom? Hyperkaliämie. Welche andere Bestätigungstest gibt es? Kochsalzbelastungstest. Wie funktioniert es? Bei Conn-Syndrom senkt der Aldosteron spiegel nicht. Es bleibt entweder hoch oder normal. Wie würden Sie das behandeln? Spironolacton. Wie würden Sie anfangen (Dosis)? 25mg, einschleichen.

• Chirurgie
• 60 J Patient mit rechten mittel-unter-Bauchschmerzen und einem pathologischen Urinsediment (Erys, Leukos) bekommt Antibiotika ohne Besserung. Die Schmerzen seien schlimmer gewesen, körperliche Untersuchung, schwer wegen Adipositas. Was machen Sie? Ich habe Sonografie geantwortet. Der Patient ist Adipositas und Sie können nicht richtig beurteilen. Ich mache eine CT. Was suchen Sie in einer CT? Ursachen für ein akutes Abdomen zum Beispiel Urolithiasis oder retrocecales Appendizitis. Wie gut ist die CT für ein retrocecales Appendizitis? Es ist der Gold Standard. Welche ist die Sensibilität von CT für Appendizitis? 95%.
• Ursachen für arteriellen Verschluss (Alle die mögliche Ursachen)

• Pharmakologie
• 25 J Patient wurde am Hbf gefunden. RR 90/60, HF: 50, AF: 6. Bewusstsein: nicht reagierbar auf Schmerzen. Was würden Sie machen? ABCDE. Welche differential Diagnose haben Sie? Hypoglykämie, Herzrhythmusstörungen, Aneurysmaruptur, Lungenembolie. Was noch? Ich habe nach der Pupillenstatus gefragt. Ausgeprägte Miosis. Ich habe gefragt, ob der Patient Stechen Marken hatte: JA. Ursache: Intoxikation mit Heroin. Wie würden Sie das behandeln? Naloxon. Kennen Sie eine andere Möglichkeit? Naltroxon. Was ist Methadon? Für die langzeit Therapie von Drogenabusus.
• 23 J Patient hat Halluzinationen und ist aggressiv. Was vermuten Sie? Schizophrenie. Welche Medikamenten könnten gut für ihn sein? Neuroleptika. Welche Arten von Neuroleptika gibt es? Klassische und atypische. Welche ist der Unterschied? Klassische haben mehr Nebenwirkungen wie extrapyramidales Syndrom. Welche Arten von extrapyramidales Syndromen kennen Sie? Früh/Spätdyskinesie, malignes neuroleptisches Syndrom, etc. Wie behandeln Sie diese Syndromen? Bipiriden.

• Radiologie
• Radiologisches pathognomonische Zeichen von Sarkoidosis (nicht die Einteilung).
• Differential Diagnose von Sarkoidosis im Rö Thorax

• Strahlenschutz
• Welche sind die deterministische Schäden, die man einen Patienten erklären soll, wenn der Patient eine Koronarangiographie bekommen soll?
• Warum ist es besonders wichtig bei diesen Patienten darüber zu erklären? Für die Koronarangiographie brauchen die Ärzte eine größe Areale zu strahlen um alle die Gefäße, zu untersuchen.
• In Welchen Situationen darf man die normale Bevölkerung röntgen? TB Kontakt (wo finden Sie dieses Gesetz?), bei Verdacht auf Drogen im GI Trakt (nur nach Erlaubnis des Gerichts) wo finden Sie dieses Gesetz?
• Rechtliche Fragen:
• Wie würden Sie das Alter von einem Patienten (für rechtliche Gründe) bestimmen? Rö Hand


• von anderen Prüflingen habe ich gehört:


• Innere Medizin
Hypernatriämie (Ursachen und Behandlung), interstielle Nephritis wegen NSAR (Pathophysiologie, Behandlung), Mitralklappeninsuffizienz (Charakteristiken des Geräusches), Laborparameter von Cholestase, Definition und Parameter von SIRS, Unterschied zwischen SIRS und Sepsis.

• Pharmakologie
Protokollen für Anästhetika (Prämedikation, Medikation), Behandlung von fulminanten Lungenembolie (Fibrinolitika, Kontraindikationen, Wirkungsmechanismus), Antibiotika für Patientin mit Chemo + Fieber und Neutropenie (Mögliche Kombinationen gegen Pseudomona, Arten von Aminoglykosiden). ASS (Wirkungsmechanismus, Warum nur 100 mg?)

• Chirurgie
Wirbelsäulenfraktur (Patophysiologie: 3 Säule Theorie, wie behandelt man jeder. Was ist eine stabil und instabil Wirbelsäulenfraktur? Erklärung der Kyphoplastie), Bypass (Typen, Beschreibung des Verfahrens)

• Radiologie
Röntgen Thorax mit Lungenödem (2 Aufnahmen mit 3 Tagen Unterschied vom gleichen Patienten aber mit schnell und ausgeprägte Verbesserung) Erkennung von ZVK (wo soll es legen?), endotrachealer Tubus. Röntgen mit Tracheaperforation von Endotracheales Tubus)

• Strahlenschutz
Gruppen von Mitarbeiter in Strahlenschutz (A: mehr als 20mSV - jährliche Untersuchung, B: mehr als 6mSV ). Gibt es eine maximale Grenze von Bestrahlung für Patienten (Nein).

• Rechtliche Fragen
Rechte von den Patienten, Patientenverfügung, Patientenversorgung.


Vorbereitung
• 50 Fälle Innere Medizin
o mit Hilfe von Herold
• 50 Fälle Chirurgie
o mit Hilfe von ALLEX (B)
• Kurzlehrbuch Pharmakologie
• 50 Fälle EKG
• Nephroskript Uni Münster (von Dr. Brand, es hat alles für Nephrologie, aber ein bisschen alt. 2012)
• PROTOKOLLE der Uni Münster


Ich wünsche euch allen viel Glück!

persönliche Meinung des Sachverständigen


Hier wurden bei der Ärztin
alle Möglichkeiten der zu prüfenden Fächer ausgenutzt und sie hat bestanden.
Herzlichen Glückwunsch 


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