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FSP Ärztekammer Berlin 22.2.2019

Danke an den Doktor für diesen Bericht einer erfolgreichen Fachsprachprüfung Medizin in der Ärztekammer Berlin.
Nochmals Gratulation zur bestandenen Prüfung und danke für die Details .
Eine FSP kann beliebig oft wiederholt werden, wobei die Behörden oft frühestens nach 3 bzw. 6 Monaten einen neuen Termin geben.

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Sachverständiger Gerner zum Beschluss des Deutschen Ärztetages
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Protokoll einer erfolgreichen Fachsprachprüfung

Hallo Leute,

FSP Ärztekammer Berlin, am 22-02-2019


Die Prüfer waren nett und die Stimmung angenehm.
Viele Kandidaten machen die Prüfung gleichzeitig, es gab mehrere Räume.
In meinem Raum gab es ein Arzt, ein Linguist und die Patientin.


Ich habe mich zuerst vorgestellt: Studium, Erfahrung, Hospitation.
Sie haben gefragt wie/wo ich Deutsch gelernt habe.


Mein Fall war pAVK:
Anamnese:
Frau Christine Meyer, 1955 geboren, 78 Kg, 162 cm, keine Allergien, stellte sich wegen progredienten Belastungsschmerz am rechten Oberschenkel vor. Die Schmerzen treten beim Gehen auf, bestehen seit 6 Monaten, strahlen nicht aus, sind dumpf, 9/10 auf der Schmerzskala. Schmerzfreie Gehstrecke: 100m. Keine Ruheschmerzen.

Fragen nach Brustschmerz, Rückenschmerz, Miktionsbeschwerden, Hautveränderungen wurden verneint.
Nebenbefundlich: Husten und Auswurf morgens
Rauchen: 1 bis anderthalb Schachtel täglich seit ca. 45 Jahren
VE: COPD, DM, arterielle Hypertonie. Ich musste ihr erklären was eine COPD ist.
OP: Knöchelbruch OP als sie 20 Jahre alt war
Dauermedikation: Salbutamol b.B, Atrovent 2 Mal/die, HCT, Ramipril, Metformin 1-0-0 und Insulin 1 Spritze am Abend.
FA: Mutter aHT, an Schlaganfall verstorben im 65 L.J
Vater: DM, Gefäße Verengung (wahrscheinlich pAVK)
Keine Geschwister, keine Kinder
Verheiratet, wohnt mit ihrem Mann und ist als Busfahrerin tätig.


Sie haben mich ein paar Minuten vor dem Ende der Anamnese unterbrochen.
Die Patientin hat mich dann gefragt was sie hatte? (wahrscheinlich pAVK), was sie jetzt machen sollte? (Rauchstopp) Und was ich machen werde (KU, farbkodierter Ultraschall).

Arztbrief:
Ich hatte die paar Minuten Wartezeit genutzt und mit dem Schreiben angefangen.
Ich habe trotzdem das Alter falsch gerechnet (Aufregung), Salbutamol und Atrovent nicht erwähnt.
Ich habe die Therapie vergessen und habe dann ein paar Wörter dazu gefügt.
DD: Koxarthrose, TVT, Bandscheibenvorfall, diabetische Polyneuropathie.


Arzt-Arzt Gespräch:
Ich habe meine Pat. Vorgestellt in vielleicht 7-8 Minuten.
VD: pAVK. Risiko Faktoren: metabolisches Syndrom: Adipositas, Rauchen, DM, arterielle Hypertonie. Körperliche Untersuchung: Pulse abtasten, Hautveränderungen, Sensibilität, Motorik, Umfang mit dem anderen Bein vergleichen, Varizen, Blutdruck messen, Cor und Pulmo abhören, Abdomen palpieren, Urinstreifentest, EKG (Q Zacken, Herzrhythmusstörungen: Embolie??, Duplexsonographie.


Die Prüfer haben mich nicht unterbrochen und haben gefragt wie ich die Sensibilität prüfen werde.
Meine Antwort: Die Patientin schließt die Augen. Ich werde sie mit der Hand Berühren und prüfen ob sie das gut fühlen kann, Großenzehe nach oben und nach unten, Kälte und Wärme, Vibrationen….
Den letzten Teil haben sie dann unterbrochen obwohl die 20 Minuten noch nicht um waren.
Sie haben mir einen Hinweis gegeben, dass ich gut gemacht habe und, dass ich das Ergebnis nächste Woche per Email bekommen werde.


Fachbegriffe:
Man sucht sich ein Blatt von 6 möglichen Blätter aus, wo 4 Fachbegriffe und 1 Abkürzung gibt. Gastroenteritis (ich habe Magendarmgrippe gesagt, er hat gesagt, ja so sagen die Pat. Aber Infekt ist vielleicht besser). Intra-arteriell (ich habe innerhalb der Schlagader gesagt sie wollten das Wort Arterie hören…). EKG : Elektrokardiogramm (ich habe Elektrokardiographie gesagt). Ikterus: Gelbsucht. Neuralgie: Schmerzen der Nerven


Empfehlungen:
ich empfehle diesen YouTube Kanal: es handelt sich zwar um Werbung für die Sprachkurse und die Briefe/Anamnese sind nicht komplett aber man kann schon was mitnehmen und was lernen.

https://www.youtube.com/channel/UC0ey7oMJwFvGqmeXCRWwF_Q

Die Serie „Klinik am Südring“ kann auch hilfreich sein (viel Drama aber gut..):
https://www.youtube.com/channel/UCj6mqrzXIg2xBiYvl9CsnxA

Dochcheck flexicon TV: die videos ++

Natürlich auch die Dokumente die man sich auf Facebook besorgen kann, Deutsch für Ärztinnen und Ärzte, Kommunikation für ausländische Ärzte.
Anamnese und Arztbrief üben üben üben.
Besonders beim Arztbrief: man muss es in 20 Minuten schaffen, es geht wenn man viel geübt hat.

Viel Glück

Meinung von BVFS Sachverständigen W. Gerner

FSP Fachsprachprüfung oder KP Kenntnisprüfung


Wo liegt denn da eigentlich noch ein Unterschied?

Es ist leider  in einigen wenigen Bundesländern deutlich zu beobachten, dass Prüflinge bei Fachsprachprüfungen durchfallen, weil Sie falsche Einschätzungen und Diagnosen abgeben. FSP werden dabei SEHR OFT auf das Niveau einer Kenntnisprüfung gehoben.

Dabei sind doch eigentlich der Ablauf und die Inhalte genau geregelt


Wie läuft die Prüfung ab?  Welche Anforderungen werden gestellt? 


Die Fachsprachprüfung findet als Einzelprüfung statt. Die Bewertung erfolgt durch mindestens zwei Prüfer, von denen mindestens einer selber Arzt ist.  Die Prüfung läuft folgendermaßen ab:

1. Simuliertes Arzt-Patienten-Gespräch

Dabei muss der Prüfling zeigen, dass er seinen Patienten inhaltlich ohne wesentliche Rückfragen versteht. Er muss sich insbesondere so spontan und so fließend verständigen können, dass er in der Lage ist, sorgfältig die Anamnese zu erheben, Patienten und deren Angehörige über erhobene Befunde sowie eine festgestellte Erkrankung zu informieren, die verschiedenen Aspekte des weiteren Verlaufs darzustellen und Vor- und Nachteile einer
geplanten Maßnahme sowie alternativer Behandlungsmöglichkeiten erklären zu können, ohne öfter deutlich erkennbar nach Worten suchen zu müssen.
Dauer: 20 Minuten

2. Dokumentation

In diesem Teil fasst der Prüfling die im Arzt-Patienten-Gespräch gewonnenen, medizinischrelevanten Informationen in einem Arztbericht zusammen.
Damit muss er nachweisen, dass er die deutsche Sprache auch schriftlich angemessen beherrscht, um Krankenunterlagen ordnungsgemäß führen und ärztliche Bescheinigungen ausstellen zu können.
Dauer: 20 Minuten

3. Arzt-Arzt-Gespräch

In diesem letzten Prüfungsteil gibt der Prüfling die im Arzt-Patienten-Gespräch gewonnenen Informationen an das ärztliche Mitglied des Prüfungsausschusses weiter. Anschließend werden dem Prüfling Fragen gestellt. Hier muss er zeigen, dass er sich in der Zusammenarbeit mit Kollegen sowie Angehörigen anderer Berufe so klar und detailliert ausdrücken kann, dass bei Patientenvorstellungen sowie ärztlichen oder zahnärztlichen
Anordnungen und Weisungen Missverständnisse sowie hierauf berufende Fehldiagnosen, falsche Therapieentscheidungen und Therapiefehler ausgeschlossen sind.
Dauer: 20 Minuten

Das ärztliche Fachwissen wird in der Fachsprachprüfung nicht überprüft.

Der Sprachtest wurde erfolgreich abgelegt, wenn das Bewertungsgremium zu der Feststellung gelangt, dass der Antragsteller die o. g. Sprachanforderungen erfüllt.


(Quelle: http://www.nizza.niedersachsen.de/startseite/service/formulare-checklisten-150498.html)

Keiner will über eine nicht bestandene (erfolglose) Prüfung berichten

Es wird immer heftig mit mir diskutiert, insbesondere, wenn ich ab und zu über negative Erfahrungen bei den Kenntnisprüfungen und FSP Fachsprachprüfungen berichte.

Liebe Ärzte und Zahnärzte,

ich staune immer wieder über die Diskrepanz (die deutlichen Unterschiede) zwischen den Facebook Einträgen über bestandene Kenntnis- und Fachsprachprüfungen und den bei mir eingehenden eMails und Telefonaten, die teilweise über "sehr problematische Prüfungen mit hoher Durchfallquote" berichten.


Etwas scheint hier nach meiner Erfahrung und Meinung etwas nicht zu stimmen und ich habe etwas in der Tiefe recherchiert (nachgeforscht).

Es zeichnet sich dabei deutlich ab, dass anscheinend nur Prüflinge, die die Prüfung bestanden haben sehr gerne und ausführlich über alle Details ihrer Prüfungen berichten.

Ärzte und Zahnärzte, die die Prüfung nicht bestanden haben vermeiden dieses, weil es ja eventuell zu einer Verschlechterung für die Wiederholungsprüfung führen könnte. Einer der Prüfer könnte ja davon erfahren. Hinzu kommt, dass man völlig nachvollziehbar anscheinend nur ungern zugibt, dass man eine Prüfung nicht bestanden hat.

Dadurch entsteht oft der täuschende Eindruck, dass die Prüfungen sehr leicht zu absolvieren sind und nur wenige Teilnehmer durchfallen.
Sicherlich kann man die FSP beliebig oft wiederholen, wobei es allerdings in einigen Bundesländern bereits monatelange Warteschlagen gibt.

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