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KP Medizin Tübingen BW 12.02.21

KP Medizin bestanden

Bericht über eine erfolgreich abgelegte Kennnisprüfung Medizin.

Ich habe die Prüfung am 12.02 2021 in Tübingen bestanden. Ich war die Vorletzte und vor mir hat nur 1 Kandidat nicht bestanden.
Die Kommission:
Internist, Neurochirurg, Radiologe. Prof. Mörike (Pharmakologe) war an diesem Tag nicht in die Kommission, sondern als Koordinator.

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Erfahrungen Kenntnisprüfung Humanmedizin


Ich habe die Prüfung am 12.02 2021 in Tübingen bestanden. Ich war die Vorletzte und vor mir hat nur 1 Kandidat nicht bestanden. 
Die Kommission:
Internist, Neurochirurg, Radiologe. Prof. Mörike (Pharmakologe) war an diesem Tag nicht in die Kommission, sondern als Koordinator. 

Erster Teil:
In einem Zimmer sind nur Schauspilerin und Prof. Mörike, aber er schaut nur, sagt nichts. Schauspielerin hatte Appendizitis. Andere Kollege hatten Meningitis, Pneumothorax.

Ich habe Halbe Stunde Zeit zur Anamneseerhebung und körperlichen Untersuchung. Dann in anderem Zimmer ungefähr 2 Stunden zur Berichtschreiben. Man konnte alles benutzen, niemand schaut an.


Danach zweite praktischer Teil:
Patientinvorstellung ohne Unterbrechung.

Der Neurologe hat geboten Muskeleigene Reflexe an den unteren Extremitäten zu zeigen  und dann nach pathologischen Reflex gefragt. Nach dem ich Babinski gesagt habe musste ich zeigen und beschreiben was wird, wenn es positiv ist und bei welcher Pathologie (Piramidenbahnschädigung).
Internist: Appendizitiszeichen zeigen und dann wie kann man feststellen, wenn Darmperforation stattgefunden hat und Patientin septisch ist (Tachykardie, Hypotonie, Tachypnö, Vigilanzänderund, z.b. Verwirrheit).
Radiologe: Punkten am Bauch für Ultraschallkopf zeigen und was kann man damit untersuchen (ich habe dann wie in FAST- Ultraschall erzählt), dann typische Veränderungen für Appendizitis.

Nachher sehr lange Pause, ca. 3 Stunden.


Dritter theoretische Teil:
Neurochirurg:
Hydrozephalus, was können Sie darüber berichten. Welche Symptome? Wie kann man es bei den Kinder diagnostizieren? (vorgewölbte Fontanelle, vergrößerter Kopfdurchmesser). Art des Hydrozephalus ohne Druckerhöhung, welche typische Symptome?( Hakim-Trias), diagnostische Möglichkeit (probatorische Liquorpunktion). Warum wird das bei älteren Leuten so selten diagnostiziert (schleichende Beginn; Demenz, Inkontinenz treten bei älteren Patienten auch ohne Hydrozephalus auf). Behandlung (Schunt) und welche Behandlungmöglichkeiten schon seit 20 Jahren ohne Katheter gibt? (ich wusste nicht, er meinte irgendwie Bohrloch in drittem Ventrickel).

Internist:
hat im Lebenslauf gesehen, dass ich in Pneumologie arbeite und nach pulmorenalem Syndrom gefragt. Ich hatte zuerst keine Ahnung was ist das, aber nach richtungsweisenden Fragen waren Autoimmunerkrankungen gemeint (ANCA-assoziierende Vaskuliten und andere wie Lupus). Wie behandelt man das, welche Behandlungsphasen wissen sie? (Induktionphase und Remissionerhaltung). Was gibt man in Induktionsphase z.b. bei Wegener-Granulomatose? (Glukokortikosteroide) und er wollte 2 weitere Präparate hören: (Ciclophosphamid und Rituximab ). Was noch? (Plasmapherese).

Radiologe: bei mir echt schwer.
CT mit Hämorrhagien zuerst in Weichteilfenster. Warum überhaupt existieren unterschiedliche Fenstern? (hier musste man über die Grauskala erzählen)
Dann hat er nach möglichen Hämoptyseursachen gefragt. Man sollte die  Blutung aus A. bronchiale nennen, habe ich nicht genannt. Wo haben A. bronchiale Ihre Ursprung (Aorta deszendens). Wie stillen sie die Blutung? (Interventionell, mit Embolisation). Dann hat er kontrastierte Gefässe gezeigt, wo ist A. bronchialis, was gefällt Ihnen nicht?(Blutungszeichen). Kann man eine Arterie komplett verschliessen(Ja).

Das was! Viel Erfolgt! Wenn Iht etwas nicht genau wißt, wichtig ist einfach eure klinische Denkweise zeigen!

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    Zum Schluss eine Feststellung von mir


    Die Kenntnisprüfung Humanmedizin ist zwar prinzipell zu schaffen, allerdings gibt es speziell in einigen Bundesländern eine extrem hohe Durchfallquote; leider auch bei den Prüfungswiederholungen. Hierbei stellt sich oft deutlich heraus, dass es deutlich einfacher ist, wenn nicht ständig die gleichen Prüfer genommen werden. Unvoreingenommene erstmals oder gelegentlich eingesetzte Prüfer sind oft hilfsbereiter und kollegialer eingestellt und unterstützen die Kollegen.

    Hierbei sollte allerdings auch erwähnt werden, dass auch bei den deutschen Studenten im ersten Versuch ein hoher Anteil das Medizinexamen nicht besteht.

    Ich verfolge seit längerer Zeit die Publikationen und die Suche der Ärzte nach Protokollen und Ablaufbeschreibungen der Kenntnisprüfungen. Hierbei zeichnet sich deutlich ab, dass leider einige Prüfungsorte und die damit verbundenen Prüfungskommissionen für "hohe Durchfallquoten" bekannt und gefürchtet sind.  Zweifelsohne hängt es oft von den regionalen Zuständigkeiten und den damit eingesetzten Prüfungskommissionen ab, ob Prüfungsteilnehmer (sogar) mit identischen Ausbildungen und Zeugnissen bestehen.

    Es sei Ihnen versichert, es kommt nicht unbedingt auf Ihre Fachkenntnisse an. Leider spielen in vielen Fällen andere Faktoren eine Rolle. Wie ist der Prüfer drauf, welche Laune hat er ? Mag er Sie oder missfällt ihm bereits Ihr selbstbewusstes Auftreten, Ihre Kleidung oder sonst etwas ? Weshalb bestehen andere neben Ihnen die Prüfung, die oft deutlich weniger Deutsch sprechen und/oder deshalb leichtere Fragen erhalten ?

    Leider sind auch die Ergebnisse der Kenntnisprüfungen mangels fehlender Aufzeichnungen nur selten angreifbar.

    Anzahl Wiederholungsprüfungen Medizin begrenzt


    Nach zwei nicht bestandenen Wiederholungsprüfungen ist die Laufbahn des Mediziners in den meisten Fällen in Deutschland beendet.

    "Die Zulassung zur Prüfung erfolgt per Bescheid durch das LPA in Düsseldorf. Sie kann nur erfolgen, wenn bei Ihnen Ausbildungsdefizite festgestellt wurden bzw. Sie auf eine gutachterliche Überprüfung Ihres Studienabschlusses verzichtet haben und Sie die Prüfung nicht bereits endgültig nicht bestanden haben.

    Die Kenntnisprüfung Humanmedizin kann insgesamt zweimal wiederholt werden"

    Quelle: LPA Düsseldorf

    Ich bewundere und bedaure die Mediziner, die oft optimistisch und sehr gut vorbereitet in eine Kenntnisprüfung gehen und dann "am Boden zerstört" mit einem vernichtenden Prüfungsergebnis nach Hause gehen. Es darf Ihnen versichert werden, dass es in den meisten Fällen nicht an Ihrer Ausbildung gelegen hat. Anerkannte promovierte Spezialisten, die in ihrem Heimatland die Abschlüsse mit Auszeichnung bestanden haben und über eine mehrjährige fundierte Berufserfahrung verfügen scheitern hier wegen eines "sprachlichen Defizits" weil sie z.B. bei einem Unfallopfer im Bericht nicht den Unterschied zwischen einem Motorroller und einem Motorrad erklären können.

    Das kann es doch nicht sein.  Was hat das überhaupt noch mit medizinischen Kenntnissen zu tun ?

    Regelmäßig gibt es den Foren die Hinweise, dass die Kenntnisprüfungen doch ganz einfach seien und man sich nicht durch negative Berichte entmutigen lassen soll. Das kann ganz sicher temporär auf einige Prüfungsorte zutreffen und vor einigen Jahren noch wesentlich einfacher gewesen sein. Allerdings sind die Maßstäbe überall strenger geworden. Hinzu kommt, dass man in einigen Bundesländern inzwischen mehrere Monate auf einen weiteren Termin wartet.

    Die Approbationsbehörden tauschen sich inzwischen länderübergreifend aus, um den Approbationstourismus einzudämmen.

    Nach zwei nicht bestandenen Wiederholungsprüfungen ist für Humanmediziner FINITO  =  Schluss !

    Faszinierend  auch der Ansatz vieler Mediziner:  Ich probiere es einfach erst einmal und kann ja immer noch wiederholen.
    Liebe Doktoren,
    ihr könnt noch so gut sein und eine excellente Prädikatsausbildung haben; wenn Sie an den falschen Prüfer geraten, nützt Ihnen das überhaupt nichts. In vielen Fällen wird dann leider zu spät nach dem ersten Nichtbestehen doch vorsichtshalber ein Rechtsanwalt (Ich kann Ihnen Fachanwälte vermitteln) aufgesucht und es beginnt schnell ein mehrjähriges Verwaltungsverfahren.

    Jetzt gibt es zudem leider oft ein deutliches Problem
    Die Verwaltungsbehörde begründen (in einem oft folgenden Verwaltungsverfahren vor dem Verwaltungsgericht) gegenüber dem Gericht die Ablehnung der Approbation stets auch damit, dass Sie ja bereits eine oder zwei Kenntnisprüfungen nicht bestanden haben. Hierbei spielt es keine Rolle, woran es gelegen hat.   Dadurch haben Sie dann deutlich schlechtere Karten vor dem Verwaltungsgericht, weil die Behörde ja den Beweis hat und begründet, dass Sie keine gleichwertige Ausbildung haben.


    Sie sollten stets ALLES versuchen, eine Kenntnisprüfung zu vermeiden.


     


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